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Inflation bleibt über EZB-Zielmarke

Wirtschaftsexperten prognostizieren anhaltend hohe Raten und warnen vor stagnierenden Zinssenkungen

Inflation bleibt über EZB-Zielmarke

Wirtschaftsexperten aus verschiedenen Teilen der Welt prognostizieren weiterhin höhere Inflationsraten als von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebt. Eine Umfrage, die vom Münchner Ifo-Institut und dem Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik im September und Oktober durchgeführt wurde, zeigt, dass insgesamt 1.514 Expertinnen und Experten aus 119 Ländern pessimistische Erwartungen hinsichtlich der Inflationsentwicklung haben. Die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass die Inflationsraten in den kommenden Jahren in vielen Teilen der Welt über den angestrebten Werten bleiben werden.

In Deutschland wird für das Jahr 2024 eine Inflationsrate von 2,4 Prozent erwartet, während für die Eurozone eine Rate von 2,6 Prozent prognostiziert wird. Auch in Nordamerika soll die Inflation laut den Befragten bei 2,7 Prozent liegen. Weltweit wird sogar mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 4,0 Prozent gerechnet. Diese Prognosen liegen deutlich über dem von der EZB angestrebten Ziel von zwei Prozent. Insbesondere für Deutschland wird auch in den kommenden Jahren eine nur leichte Verbesserung der Inflationsraten vorhergesagt. Für das Jahr 2025 erwarten die Experten einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,3 Prozent, und bis 2027 soll die Inflationsrate lediglich auf 2,2 Prozent sinken.

In anderen Regionen Europas sieht die Lage ähnlich aus. Für Westeuropa erwarten die Experten bis 2027 eine Inflationsrate von 2,1 Prozent, während in Nordeuropa eine Rate von 2,7 Prozent prognostiziert wird. In Südeuropa könnte die Inflation mit 3,0 Prozent noch höher ausfallen. Besonders besorgniserregend sind die Prognosen für Osteuropa, wo die Inflation im Jahr 2027 voraussichtlich bei 5,9 Prozent liegen wird. Auch in Nordamerika wird für 2027 eine leicht erhöhte Inflationsrate von 2,4 Prozent erwartet.

Niklas Potrafke, Forscher am Ifo-Institut, kommentierte, dass die hartnäckig über dem Ziel liegenden Inflationsraten den Zentralbanken möglicherweise wenig Spielraum für Zinssenkungen lassen könnten. Dies könnte bedeuten, dass die Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung noch länger andauern und eine geldpolitische Lockerung, wie sie von einigen Akteuren erhofft wird, auf sich warten lassen könnte. Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen, dass die Inflation auch mittelfristig ein dominierendes Thema in der wirtschaftspolitischen Diskussion bleiben wird.

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