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Inflation in Deutschland: Sprit, Lebensmittel und Dienstleistungen im Juni-Check

Tankrabatt und stabile Lebensmittelpreise drücken die Inflation im Juni auf 2,3 Prozent – doch die Entspannung könnte schon bald enden.

Inflation in Deutschland: Sprit, Lebensmittel und Dienstleistungen im Juni-Check

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Juni auf 2,3 Prozent gesunken. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit eine frühere Schätzung. Im Mai hatte die Teuerungsrate noch bei 2,6 Prozent gelegen, im April sogar bei 2,9 Prozent – der Trend zeigt damit vorerst nach unten.

Hauptverantwortlich für den Rückgang waren die Kraftstoffpreise. Die Entspannung im Iran-Konflikt ließ die globalen Ölpreise in den Wochen zuvor auf etwa das Vorkrisenniveau fallen. In Kombination mit dem damals noch geltenden Tankrabatt verteuerten sich Kraftstoffe im Juni nur noch um 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – nach einem Plus von 18 Prozent im Mai und rund 26 Prozent im April.

Insgesamt lag der Energiepreisanstieg – also Haushaltsenergie und Sprit zusammen – im Juni bei lediglich 3,4 Prozent. Im Mai waren es noch 6,6 Prozent, im April sogar 10,1 Prozent. Für Privatanleger, die Energieunternehmen oder Ölwerte im Depot halten, ist diese Entwicklung ein wichtiger Indikator.

Tankrabatt ausgelaufen – Preise ziehen wieder an

Die Erleichterung an den Zapfsäulen dürfte jedoch nicht von Dauer sein. Der Tankrabatt lief Ende Juni aus, und bereits am ersten Tag danach stiegen die Spritpreise kräftig. Zum ersten Mal seit Mitte Mai überschritt der Dieselpreis im bundesweiten Tagesdurchschnitt wieder die Marke von 2 Euro pro Liter – konkret 2,012 Euro, wie der ADAC mitteilte. Das entsprach einem Anstieg von 4,2 Cent gegenüber dem Vortag und sogar 6,2 Cent gegenüber dem Wochenbeginn.

Zusätzlich hat der wieder aufgeflammte Nahost-Krieg nach US-amerikanischen Angriffen die Ölpreise erneut nach oben getrieben. Experten rechnen daher im Juli mit einer stärkeren Teuerung. Die Bundesbank hatte zuvor berechnet, dass der Tankrabatt die Inflation um rund einen Viertelprozentpunkt gedämpft hatte.

Lebensmittel: Butter und Kartoffeln günstiger, Eier deutlich teurer

Bei den Nahrungsmitteln fiel die Teuerung mit 0,4 Prozent im Juni unterdurchschnittlich aus. Einige Produkte wurden sogar spürbar günstiger:

  • Butter: -29,1 Prozent
  • Speisefette und Speiseöle: -14,7 Prozent
  • Kartoffeln: -8,8 Prozent
  • Molkereiprodukte: -6,2 Prozent

Auf der anderen Seite mussten Verbraucher für bestimmte Produkte tiefer in die Tasche greifen:

  • Eier: +14,6 Prozent
  • Zucker, Marmelade, Honig und Süßwaren: +4,8 Prozent
  • Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte: +3,3 Prozent
  • Fleisch und Fleischwaren: +2,4 Prozent

Ob diese günstige Entwicklung bei Lebensmitteln anhält, ist fraglich. KfW-Ökonomin Stefanie Schoenwald warnte bereits: „Die hohen Düngerpreise der letzten Wochen und der sich abzeichnende gravierende El Niño dürften Wirkung zeigen." Für Anleger im Agrar- und Lebensmittelsektor sind das relevante Risikofaktoren.

Dienstleistungen bleiben hartnäckiger Preistreiber

Während Energie und Lebensmittel die Gesamtinflation dämpften, blieben Dienstleistungen ein gewichtiger Preistreiber. Sie verteuerten sich im Juni wie schon im Vormonat um 3,1 Prozent. Besonders stark stiegen die Preise in sozialen Einrichtungen (+6,8 Prozent), Autowerkstätten (+4,8 Prozent) und beim Friseur (+4,2 Prozent).

Die sogenannte Kerninflation – also die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie – lag im Juni bei 2,5 Prozent und damit sogar über der Gesamtinflation von 2,3 Prozent. Das zeigt, dass der strukturelle Preisdruck in der deutschen Wirtschaft noch nicht überwunden ist. Nettokaltmieten stiegen mit 1,9 Prozent dagegen unterhalb der allgemeinen Preissteigerungsrate.

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