Institutionelle Investoren verkaufen massenhaft Einfamilienhäuser in den USA
Großinvestoren ziehen sich bereits seit zwei Jahren aus dem US-Wohnimmobilienmarkt zurück – noch vor Trumps Regulierungsplänen.

Institutionelle Investoren trennen sich in großem Stil von Einfamilienhäusern in den USA. Analysen des Immobiliendatenunternehmens Parcl Labs belegen: Die größten Marktakteure sind mittlerweile Nettoverkäufer. Dieser Trend begann bereits 2022 – lange bevor Präsident Donald Trump regulatorische Maßnahmen ankündigte.
Besonders auffällig ist die Entwicklung in Dallas, Philadelphia und Houston. In Dallas etwa besitzen Investoren 9,2 Prozent des gesamten Wohnungsbestands, stellen jedoch 22,8 Prozent aller neuen Verkaufsangebote. In Atlanta verkaufen Investoren inzwischen fast zwei Immobilien für jede neu erworbene.
Als besonders aggressiver Verkäufer sticht FirstKey Homes hervor. Das Unternehmen bietet laut Parcl Labs mehr als doppelt so viele Objekte an wie die Konkurrenz und gewährt im Schnitt Preisnachlässe von 10 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Listenpreis. Preissenkungen erfolgen dabei etwa alle 20 Tage.
Invitation Homes setzt auf Neubauten statt Bestandsimmobilien
Invitation Homes, einer der größten börsennotierten Vermieter der USA, meldete für das Gesamtjahr 2025 den Verkauf von 1.356 Bestandsimmobilien – häufig an Familien zur Eigennutzung. Gleichzeitig erfolgten fast alle 2.410 Neukäufe über Partnerschaften mit Bauträgern. Im vierten Quartal 2025 waren sämtliche 368 Akquisitionen neu gebaute Häuser.
Das Unternehmen setzt damit konsequent auf das sogenannte Build-to-Rent-Modell – also das Bauen von Immobilien speziell zur Vermietung. Im Januar übernahm Invitation Homes den Atlantaer Entwickler ResiBuilt Homes, der rund 1.000 Häuser pro Jahr liefert, mit Plänen zur Kapazitätserweiterung. Auch AMH, früher bekannt als American Homes 4 Rent, baut seit Jahren eigene Mietwohnanlagen und hat nach eigenen Angaben über 14.000 neu gebaute Häuser zum US-Wohnungsbestand beigetragen.
Rick Palacios, Forschungsleiter bei John Burns Research and Consulting, erklärt den Rückzug als natürlichen Prozess der Kapitalumschichtung. Bauträger könnten Preise in Echtzeit anpassen, was Bestandsverkäufer nicht könnten – ein struktureller Vorteil des Neubaumodells.
Trumps Regulierung trifft einen bereits schrumpfenden Markt
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Zur AktienanalysePräsident Trump unterzeichnete Ende Januar ein Dekret, das große institutionelle Investoren beim Kauf von Einfamilienhäusern zur Vermietung einschränken soll. Ausgenommen sind Neubauten, die speziell als Mietobjekte errichtet werden. Ein nachgelagerter Gesetzesentwurf sieht vor, Investoren mit mehr als 100 Einfamilienhäusern den Zukauf weiterer Objekte zu untersagen – ohne Verkaufspflicht für den Bestand.
Zum Verständnis der Dimensionen: Einfamilienhäuser zur Miete machen rund 10 Prozent des gesamten US-Wohnungsbestands aus. Davon befinden sich laut einer Analyse der Bank of America 80 Prozent im Besitz sogenannter Mom-and-Pop-Vermieter mit weniger als zehn Einheiten. Kleinere Investoren mit 10 bis 1.000 Häusern halten 17 Prozent, während große institutionelle Investoren mit mehr als 1.000 Einheiten lediglich 3 Prozent des Marktes ausmachen.
Die Wurzeln der institutionellen Präsenz im Wohnimmobilienmarkt reichen bis zur Finanzkrise zurück. Nach dem Zusammenbruch des Subprime-Hypothekenmarktes kauften Investoren Häuser zu Niedrigpreisen auf und wandelten sie in Mietobjekte um. In Städten wie Atlanta konnten reguläre Käufer zeitweise kaum mit den Barzahlern konkurrieren. Nun dreht sich das Blatt – und die Regulierung trifft einen Markt, der sich bereits im Wandel befindet.


