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Intel sagt Magdeburg-Fabrik ab – Projekt gestoppt

Politik spricht von Rückschlag, Ökonomen sehen rechtzeitige Korrektur der Industriepolitik

Intel sagt Magdeburg-Fabrik ab – Projekt gestoppt

Intel zieht sich endgültig aus Magdeburg zurück – ein Schritt, der die politischen und wirtschaftlichen Lager spaltet. Während Politiker wie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) von einem „herben Rückschlag“ für Europas Halbleiterstrategie sprechen, zeigen sich Ökonomen erleichtert über das Scheitern der milliardenschweren Subventionierung. Haseloff betont, die Entscheidung sei zwar enttäuschend, bringe aber nun Klarheit. Gleichzeitig verweist er auf das langfristige Potenzial des Hightech-Standorts Magdeburg und kündigt weitere Ansiedlungsbemühungen an.

Wirtschaftsminister Sven Schulze erklärte, die Absage sei angesichts der Entwicklungen der vergangenen Monate nicht überraschend gekommen. Die für die Intel-Fabrik vorgesehene Fläche von 400 Hektar soll von der Landeshauptstadt Magdeburg zurückgekauft und erneut auf dem internationalen Markt angeboten werden. Parallel dazu kündigte die Ferroelectric Memory Company (FMC) den Bau einer deutlich kleineren Speicherchip-Fabrik auf dem Gelände an – unterstützt von Partnern wie Bosch, Merck und Air Liquide. Mit rund 100 Hektar bleibt das Projekt jedoch deutlich hinter der ursprünglich geplanten Dimension zurück.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kritisierte die frühere Bundesregierung für die mangelnde Sorgfalt bei der zugesagten Förderung von rund 9,9 Milliarden Euro. Es sei wichtig, künftige Einzelprojekte dieser Größenordnung genauer zu prüfen. Reiche stellte klar, dass bislang keine staatlichen Mittel geflossen seien. Sie will mit Haseloff und Schulze nach Alternativen suchen, um die Lücke, die das Scheitern des Intel-Projekts reißt, zu schließen.

Auch die IG Metall reagierte mit Bedauern. Bezirksleiter Thorsten Gröger mahnte, neue Perspektiven für den Standort zu entwickeln und die industriepolitischen Ambitionen nicht aufzugeben. Sachsen-Anhalt verfüge bereits über gute Voraussetzungen, etwa bei Infrastruktur und Fachkräften. Jetzt sei politischer Wille gefragt, um in Schlüsseltechnologien zu investieren und industrielle Wertschöpfung im Land zu halten.

Ökonomen hingegen begrüßten das Aus. Irene Bertschek vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erklärte, Intel sei derzeit nicht wettbewerbsfähig – die Absage komme deshalb noch rechtzeitig. Ähnlich äußerte sich Stefan Kooths vom IfW Kiel: Staatliche Eingriffe über milliardenschwere Subventionen seien ineffizient und politisch riskant. Investitionen in allgemeine Standortbedingungen wie Bildung und Forschung seien nachhaltiger als projektbezogene Milliardenhilfen.

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