Intel stoppt Chipfabriken in Magdeburg und Polen
Konzern streicht 24.000 Jobs und verschiebt Werk in den USA auf unbestimmte Zeit

Intel wird seine ursprünglich geplanten Chipfabriken in Magdeburg und Polen nicht bauen. Der neue Intel-Chef Lip-Bu Tan teilte den Mitarbeitern am Donnerstag mit, dass der Konzern keine nicht wirtschaftlich begründbaren Investitionen mehr tätigen könne. „Jedes Investment muss ökonomischen Sinn ergeben“, erklärte er in einer internen Mitteilung. Mit dieser Entscheidung endet die Hoffnung auf eine spätere Umsetzung des Projekts in Deutschland endgültig.
Neben den europäischen Plänen trifft es auch den Standort in den USA: Die Fertigstellung der neuen Intel-Fabrik in Ohio wird auf unbestimmte Zeit verschoben, voraussichtlich bis in das nächste Jahrzehnt. Der Sparkurs ist auch bei der Belegschaft deutlich spürbar. Noch in diesem Jahr sollen rund 24.000 Arbeitsplätze wegfallen, vor allem im mittleren Management. Ziel ist es, die weltweite Mitarbeiterzahl auf etwa 75.000 zu senken.
Im vergangenen Quartal erzielte Intel zwar einen Umsatz von 12,9 Milliarden US-Dollar, verbuchte dabei jedoch einen Verlust von 2,9 Milliarden. Damit schreibt der Konzern das sechste Quartal in Folge rote Zahlen. 2024 hatte Intel bereits einen historischen Jahresverlust von 18,8 Milliarden Dollar eingefahren. Insbesondere im boomenden Geschäftsfeld der KI-Beschleuniger hat das Unternehmen den Anschluss verloren. Während Nvidia und AMD den Markt dominieren, kann Intel in diesem Bereich bislang keine wettbewerbsfähigen Produkte vorweisen.
Die Situation ist brisant, da nicht nur der KI-Markt verloren zu gehen droht. Auch das traditionelle Geschäft mit CPUs für Rechenzentren gerät zunehmend unter Druck. Der Nvidia-Chef Jensen Huang etwa prognostiziert, dass moderne Rechenzentren künftig fast ausschließlich von KI-Beschleunigern betrieben werden. Selbst wenn diese Einschätzung überspitzt ist, zeichnet sich ein deutlicher Trend ab: Immer mehr Rechenzeit und Budgets fließen in Richtung KI-Hardware.
Für Deutschland war die geplante Intel-Ansiedlung eine riskante Wette. Die Bundesregierung wollte fast zehn Milliarden Euro Subventionen bereitstellen – eine enorme Summe für ein ausländisches Großunternehmen. Die Werke in Magdeburg hätten ihre Chips ohnehin auf dem Weltmarkt verkauft. Auch die Jobversprechen wirkten zweifelhaft: Bei einer Fördersumme von 3,3 Millionen Euro pro Arbeitsplatz war unklar, ob die angestrebten 3000 Stellen tatsächlich entstanden wären – zumal die Branche stark automatisiert ist.
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Zur AktienanalyseMit dem Scheitern der Intel-Fabriken bietet sich nun die Möglichkeit, die nationale Halbleiterstrategie neu auszurichten. Die Bundesregierung könnte stattdessen gezielt in heimische KI-Designer investieren oder alternative Zukunftstechnologien wie Quantencomputer fördern. Ein Teil der eingeplanten Mittel könnte auch genutzt werden, um die Energiekosten für Unternehmen zu senken.


