Interhyp: Deutscher Immobilienmarkt bleibt trotz Nachfrage schwach
Finanzierungsvermittler sieht gestiegene Zinsen und wirtschaftliche Unsicherheit als Bremsfaktoren für Aufschwung

Der deutsche Immobilienmarkt kommt nicht in Schwung. Trotz anhaltend hoher Nachfrage nach Wohneigentum rechnet Deutschlands größter Finanzierungsvermittler Interhyp auch 2025 nicht mit einer deutlichen Erholung. Das Münchner Unternehmen, das mit einem Marktanteil von 11 Prozent als Barometer für die Branche gilt, verweist auf zwei entscheidende Bremsfaktoren: wieder gestiegene Zinsen und die schwache Konjunktur.
Vorstand Stefan Hillbrand beziffert die Entwicklung konkret: Die durchschnittlichen Zinsen für zehnjährige Darlehen kletterten von 3,3 Prozent zu Jahresbeginn auf 3,9 Prozent im Dezember 2025. "Das macht natürlich einen Unterschied in der monatlichen Rate", so Hillbrand. Nach einem deutlichen Aufwärtstrend in der ersten Jahreshälfte bewegte sich das Geschäft zuletzt nur noch seitwärts.
Staatsschulden belasten Zinsniveau
Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Interhyp-Vorstandschef Jörg Utecht sieht im 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket der Bundesregierung einen zusätzlichen Belastungsfaktor. "Wenn der Staat mehr Geld am Kapitalmarkt aufnimmt, steigen die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen - und damit auch die Baufinanzierungszinsen", erklärt Utecht den direkten Zusammenhang zwischen Staatsverschuldung und Hypothekenzinsen.
Dennoch gibt es auch positive Signale für potenzielle Käufer. Die Erschwinglichkeit habe sich verbessert, betont Utecht. Höhere Reallöhne treffen auf Immobilienpreise, die in vielen Städten weiterhin deutlich unter den Höchstständen von 2022 liegen. Besonders bei Bestandsimmobilien beobachtet Interhyp seit einigen Monaten wieder leicht sinkende Preise.
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Zur AktienanalyseFür das Unternehmen selbst verlief 2025 erfolgreich. Das Finanzierungsvolumen stieg um 18 Prozent auf 26,4 Milliarden Euro, der Vorsteuergewinn verdoppelte sich auf 23 Millionen Euro. Damit hat sich der Vermittler mit seinen 1.600 Mitarbeitern vom Einbruch 2023 erholt, als das Ende der Nullzinsphase die Branche hart traf. Ein Nettogewinn wird vom nicht börsennotierten Unternehmen nicht veröffentlicht.
Die Marktlage bleibt angespannt: Kaufinteressenten mit ausreichender Bonität finden zwar attraktivere Konditionen als vor zwei Jahren, doch die Kombination aus gestiegenen Zinsen, wirtschaftlicher Unsicherheit und hoher Staatsverschuldung verhindert vorerst eine breite Markterholung.


