Internationale Aktien schlagen USA: Wo Anleger 2026 Gewinne erzielen
Schwellenländer und internationale Märkte übertreffen den S&P 500 deutlich – ein Trendwechsel nach einem Jahrzehnt US-Dominanz.

Der US-Aktienmarkt verliert 2026 seinen Glanz. Während der S&P 500 seit Jahresbeginn 0,3 Prozent im Minus liegt, legen Schwellenländeraktien gemessen am iShares MSCI Emerging Markets ETF (EEM) um mehr als 7 Prozent zu. Alle Nicht-US-Aktien im iShares MSCI ACWI ex U.S. ETF (ACWX) verbuchen ein Plus von über 5 Prozent.
Dieser Trendwechsel markiert einen deutlichen Bruch mit dem vergangenen Jahrzehnt. Damals bremsten ein starker US-Dollar und schwache Rohstoffpreise das Wachstum internationaler Märkte, während Zinsen nahe null die amerikanische Technologieführerschaft befeuerten. Jetzt kehren sich diese Vorzeichen um.
Mehrere Faktoren treiben Anleger aus dem US-Markt heraus. Der schwächere Dollar – bedingt durch Sorgen um das ausufernde US-Haushaltsdefizit – wertet Auslandsinvestments automatisch auf. Steigende Rohstoffpreise infolge geopolitischer Unsicherheiten begünstigen rohstoffnahe Volkswirtschaften. Hinzu kommt die Furcht vor Klumpenrisiken durch die hohe KI-Konzentration an US-Börsen.
Südkorea als Warnsignal
Der US-Militärschlag gegen den Iran hat das Bild jedoch kurzfristig eingetrübt. Besonders Schwellenländer gerieten unter Druck, da eine Unterbrechung iranischer Ölraffinerien oder eine Blockade der Straße von Hormus energieintensive Volkswirtschaften besonders hart treffen würde. Südkorea, einer der stärksten Momentum-Trades dieses Jahres, litt überdurchschnittlich stark.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer iShares MSCI South Korea ETF (EWY) verlor allein in dieser Woche 11 Prozent. Am Mittwoch brach der südkoreanische Kospi-Index um mehr als 12 Prozent ein – der schlimmste Tagesverlust in der Geschichte des Index. Hintergrund: Südkoreas Fertigungsindustrie ist stark auf Rohöl angewiesen, das die Straße von Hormus passiert.
Experten sehen in dem Konflikt jedoch keine nachhaltige Gefahr für die langfristige These zugunsten internationaler Aktien. Die strukturellen Treiber – schwacher Dollar, höhere Rohstoffpreise und Diversifikation weg von US-Tech-Konzentrationen – bleiben intakt. Für deutsche Privatanleger, die ihr Portfolio ohnehin stärker in US-Werte umgeschichtet hatten, könnte 2026 der richtige Zeitpunkt sein, die internationale Streuung wieder zu erhöhen.


