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Internationale Aktienfonds erleben Boom während US-Tech unter Druck gerät

Globale Fonds verzeichnen höchste Zuflüsse seit 2020, während Anleger hochbewertete amerikanische Technologiewerte meiden.

Internationale Aktienfonds erleben Boom während US-Tech unter Druck gerät

Internationale Aktienfonds außerhalb der USA haben im Januar Zuflüsse in Höhe von 15,4 Milliarden US-Dollar verzeichnet – der höchste Wert seit viereinhalb Jahren. Die Daten von LSEG Lipper zeigen einen deutlichen Kontrast zu US-fokussierten Aktienfonds, die lediglich 5,7 Milliarden Dollar anzogen, den niedrigsten Stand seit drei Monaten. Dieser Trend setzte sich im Februar fort, als internationale ETFs weitere 1,4 Milliarden Dollar einsammelten.

Die Umschichtung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem globale Technologieaktien unter den steigenden Kosten für KI-Investitionen leiden. Ein jüngster Ausverkauf wurde durch die Einführung eines neuen juristischen Tools des großen Sprachmodells Claude von Anthropic ausgelöst. Der MSCI World ex USA Index ist in diesem Jahr bereits um 6,4 Prozent gestiegen und übertrifft damit den S&P 500, der nur ein Plus von 0,54 Prozent verzeichnete.

Attraktive Chancen in Asien und Europa

Mark Haefele, Chief Investment Officer bei UBS Global Wealth Management, sieht vielversprechende Möglichkeiten außerhalb der USA. China biete Wachstums- und Renditepotenzial, während die bevorstehenden Wahlen in Japan als möglicher Aufwärtskatalysator gelten. Europa werde voraussichtlich von höheren Verteidigungs- und Fiskalausgaben profitieren. "Wir erwarten, dass globale Aktien bis zum Jahresende um rund 10 Prozent steigen werden", erklärte Haefele.

Analysten zufolge profitieren andere globale Märkte von einem schwächeren Dollar und den Erwartungen an US-Zinssenkungen. Dies verbessert die Renditen von Vermögenswerten, die in Nicht-US-Währungen denominiert sind. Zudem bieten Überseemärkte eine stärkere Exposition gegenüber zyklischen Aktien, die tendenziell am besten abschneiden, wenn sich das Wachstum beschleunigt.

Bewertungsunterschiede sprechen für Diversifikation

Die Bewertungsunterschiede zwischen den Märkten sind erheblich. Der MSCI United States Index wurde Ende Januar mit einem 12-Monats-Forward-KGV von 22,27 gehandelt, verglichen mit 18,98 für den MSCI World Index, 15,18 für den MSCI Europe Index und 13,59 für den MSCI Emerging Markets Index. "Die Bewertungen bleiben ein unterstützendes Umfeld", sagte Derek Izuel, Chief Investment Officer bei Shelton Capital Management.

Anleger mit konzentrierten US-Positionen sollten laut UBS von einer Diversifizierung in andere Märkte profitieren. "Wenn die Zins- und Währungsdynamik anhält, könnte die Rotation eine größere Beständigkeit aufweisen als nur ein kurzfristiger Handel", fügte Izuel hinzu. Die relative Unterbewertung internationaler Märkte kombiniert mit verbesserten makroökonomischen Aussichten macht sie für langfristig orientierte Investoren zunehmend attraktiv.

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