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Interner Machtkampf bei „60 Minutes" eskaliert öffentlich

Korrespondent Scott Pelley wirft CBS-Chefredakteurin Bari Weiss vor, die legendäre Nachrichtensendung zu „ermorden".

Interner Machtkampf bei „60 Minutes" eskaliert öffentlich

Bei CBS News ist ein offener Machtkampf ausgebrochen, der die Zukunft einer der bekanntesten Nachrichtensendungen der USA in Frage stellt. Langjähriger „60 Minutes"-Korrespondent Scott Pelley konfrontierte Chefredakteurin Bari Weiss bei einer Mitarbeiterversammlung am Montag mit scharfer Kritik. Er warf ihr vor, die legendäre Sendung zu „ermorden" – ein Vorwurf, der innerhalb des Senders für erhebliche Unruhe sorgte.

Pelley kritisierte zudem die Entscheidung von Weiss, Nick Bilton als neuen Executive Producer von „60 Minutes" einzusetzen. Die Auseinandersetzung fand nicht hinter verschlossenen Türen statt, sondern vor versammelter Belegschaft – ein ungewöhnlicher und öffentlichkeitswirksamer Schritt in der sonst eher diskreten Medienwelt.

Führungsebene berät über Konsequenzen

In den Stunden nach Pelleys Äußerungen berieten Weiss und andere Führungskräfte über das weitere Vorgehen, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten. Die Führungsebene stufte Pelleys Verhalten als unbotmäßig und als potenziellen Kündigungsgrund ein. Dennoch entschied man sich zunächst dazu, ein Gespräch mit ihm über seine Zukunft beim Sender zu führen, anstatt sofortige Konsequenzen zu ziehen.

Auch auf höchster Konzernebene wurde die Situation aufmerksam verfolgt. David Ellison, CEO der CBS-Muttergesellschaft Paramount, sprach persönlich mit Weiss darüber, wie sie dieses Gespräch mit Pelley angehen werde. Dies unterstreicht, wie ernst die Unternehmensführung den Vorfall nimmt.

Hintergrund: „60 Minutes" als amerikanische Medien-Ikone

„60 Minutes" gilt als eine der renommiertesten und langlebigsten Nachrichtensendungen der amerikanischen Fernsehgeschichte. Das Magazinformat läuft seit Jahrzehnten auf CBS und steht für investigativen Journalismus auf höchstem Niveau. Für viele Mitarbeiter und Journalisten ist die Sendung mehr als nur ein TV-Format – sie ist ein Symbol für unabhängigen Qualitätsjournalismus.

Bari Weiss, die als neue Chefredakteurin von CBS News eingesetzt wurde, steht seit ihrer Ernennung im Fokus der Branche. Ihre redaktionellen Entscheidungen, darunter die Besetzung des Executive-Producer-Postens mit Nick Bilton, stoßen offenbar nicht bei allen langjährigen Mitarbeitern auf Zustimmung. Der Konflikt mit Pelley macht deutlich, wie tief die Spannungen innerhalb der Redaktion verlaufen.

Für deutsche Beobachter ist der Fall ein anschauliches Beispiel dafür, wie Umstrukturierungen in großen Medienkonzernen zu offenen Konflikten führen können – besonders wenn traditionsreiche Formate und neue Führungsvisionen aufeinanderprallen. Wie das Gespräch zwischen Weiss und Pelley ausgeht und welche Konsequenzen der Vorfall letztlich haben wird, bleibt abzuwarten.

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