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Investieren wie US-Politiker

Neuer ETF bildet Aktienkäufe von Politikern ab und verspricht hohe Renditen

 Investieren wie US-Politiker

Tuttle Capital Management, ein in der Finanzwelt für seine trendbewussten börsengehandelten Fonds (ETFs) bekanntes Unternehmen, plant einen neuen ETF, der die Aktienkäufe von US-Politikern nachbildet. Gründer Matthew Tuttle hat dafür bereits einen Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Sollte alles planmäßig verlaufen, wird der Fonds mit dem Ticker NPEL, eine Anspielung auf die demokratische Politikerin Nancy Pelosi, Ende August an den amerikanischen Börsen handelbar sein. Pelosi, die aufgrund ihrer erfolgreichen Anlageentscheidungen von der Finanzwelt aufmerksam verfolgt und teilweise verspottet wird, erzielte laut dem Analysehaus Unusual Whales im letzten Jahr eine Rendite von 65 Prozent, während der S&P 500 um 24 Prozent zulegte.

Obwohl Pelosi verdächtigt wird, ihre politischen Einblicke zum Vorteil ihrer Börsengeschäfte zu nutzen, konnte ihr Insiderhandel nie nachgewiesen werden. Die Idee eines ETFs, der die Käufe prominenter Politiker nachbildet, stößt in unruhigen Börsenzeiten auf Interesse. Der Dow Jones schloss am Freitag bei 39.150 Punkten leicht im Plus, während der S&P 500 nach 31 Rekordhochs in diesem Jahr leicht schwächer bei 5465 Punkten endete. Der Nasdaq verlor 0,2 Prozent und schloss bei 17.689 Zählern.

In Deutschland wird der NPEL-ETF allerdings nicht handelbar sein, da die Aktienkultur dort eine andere sei, wie ein Portfolio-Manager erklärt. Produkte, die auf Zeitgeist und kurzfristige Trends setzen, seien in Deutschland weniger gefragt. Dennoch können solche ETFs, wie Tuttle und andere Anbieter sie lancieren, eine Zeit lang erfolgreich sein, insbesondere wenn sie den Nerv der Kleinanleger treffen und zu deutlichen Kursgewinnen führen. Allerdings bergen sie auch das Risiko schneller Verluste und kommen meist mit höheren Gebühren als reguläre Indexfonds.

Die Erfolgsgeschichte solcher Zeitgeist-ETFs ist gemischt. Ein erfolgreicher Fonds ist der Sark-ETF, der gegen den Flaggschiff-Fonds von Tech-Investorin Cathie Wood wettet. Während Woods Fonds schwächelte, legte der Sark-ETF in diesem Jahr um 15 Prozent zu. Im Gegensatz dazu scheiterte ein ETF, der die Aktientipps des TV-Moderators Jim Cramer abbildete. Aufgrund mangelnder Nachfrage und schlechter Performance wurde dieser ETF nach wenigen Monaten wieder eingestellt.

Für ETFs wie NPEL ist eine anfängliche Begeisterung entscheidend, um Nachfrage zu generieren. Eine gut durchdachte Investitionsstrategie und eine starke Performance sind ebenso wichtig. Tuttle bleibt optimistisch und betont, dass es im US-Kongress eine Gruppe von Politikern gibt, die scheinbar bessere Renditen erzielen als professionelle Vermögensverwalter. Neben den Aktienkäufen von Warren Buffett und anderen großen Investoren will Tuttle künftig auch den Handel anderer US-Politiker genauer beobachten. Der geplante Start des NPEL-ETFs wenige Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl Anfang November könnte zusätzliche Aufmerksamkeit bei Kleinanlegern erzeugen.

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