ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

IPOs: Warum nur wenige Anleger wirklich davon profitieren

Der Hype um Börsengänge täuscht: Nur wer zum Emissionspreis kauft, gewinnt wirklich – alle anderen zahlen oft drauf.

IPOs: Warum nur wenige Anleger wirklich davon profitieren

Börsengänge erzeugen regelmäßig großes Aufsehen – zuletzt durch den geplanten IPO von SpaceX, der zum größten Börsengang aller Zeiten werden soll. Doch hinter dem Glanz der ersten Handelstage verbirgt sich eine ernüchternde Wahrheit für die meisten Privatanleger: Der Kauf von IPO-Aktien lohnt sich auf lange Sicht häufig nicht.

Der sogenannte „Pop" – also der Kurssprung am ersten Handelstag – ist das, was Börsengänge so attraktiv erscheinen lässt. Laut Daten von Jay Ritter, Finanzprofessor an der University of Florida, liegt der durchschnittliche Ersttagsgewinn eines in den USA notierten IPOs bei rund 19 Prozent. Gemessen wird dabei der Anstieg vom Emissionspreis bis zum Schlusskurs am Ende des ersten Handelstages.

Das klingt verlockend – doch dieser Gewinn kommt fast ausschließlich denjenigen zugute, die das seltene Glück hatten, bereits zum Emissionspreis Aktien zugeteilt zu bekommen. Dieser Zugang ist in der Regel institutionellen Investoren und ausgewählten Großkunden von Banken vorbehalten. Für den typischen Privatanleger ist dieser Einstiegspreis schlicht nicht erreichbar.

Was nach dem ersten Handelstag passiert

Wer also erst nach dem Börsenstart einsteigt – also zum Schlusskurs des ersten Handelstages oder später –, sieht sich mit einer deutlich schlechteren Ausgangslage konfrontiert. Ritters historische Daten zeigen: Die durchschnittliche Rendite beim Kauf eines IPOs zum Ende des ersten Handelstages und einer anschließenden Haltedauer von drei Jahren liegt rund 21 Prozent unter der Rendite eines kapitalgewichteten Marktindex.

Dieser Datensatz ist beeindruckend umfangreich: Er umfasst fast 9.300 in den USA notierte Börsengänge aus dem Zeitraum von 1980 bis 2024. Die Aussagekraft der Zahlen ist damit statistisch belastbar und spiegelt Jahrzehnte an Marktentwicklung wider.

Ein häufig genannter Einwand lautet, dass viele IPOs kleine und hochspekulative Unternehmen betreffen, die das Gesamtbild verzerren. Dieser Punkt ist nicht von der Hand zu weisen. Doch selbst wenn man nur die Börsengänge größerer Unternehmen betrachtet, bleibt die Underperformance gegenüber dem Markt bestehen – sie ist lediglich etwas geringer ausgeprägt.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger, die angesichts des SpaceX-Hypes oder anderer hochkarätiger Börsengänge in Versuchung geraten, lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Datenlage. Die Euphorie rund um einen Börsengang ist ein schlechter Ratgeber. Historisch gesehen verpufft die Begeisterung nach dem ersten Handelstag oft schnell.

Die Zahlen legen nahe: Wer nicht zu den Glücklichen gehört, die zum Emissionspreis zum Zuge kommen, sollte IPO-Aktien mit derselben Sorgfalt prüfen wie jede andere Aktie auch – und sich nicht vom initialen Hype leiten lassen. Ein breit gestreuter Marktindex hat in der Vergangenheit die meisten Börsengänge auf Dreijahressicht klar übertroffen.

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