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Irak bleibt in der OPEC und fordert höhere Förderquote

Bagdad bekennt sich zur OPEC-Mitgliedschaft, will aber eine gerechtere Ölförderquote innerhalb des Bündnisses durchsetzen.

Irak bleibt in der OPEC und fordert höhere Förderquote

Der Irak wird die OPEC nicht verlassen. Ministerpräsident Ali al-Zaidi bekräftigte das Bekenntnis seines Landes zur Mitgliedschaft im Ölproduzentenbündnis – fordert jedoch gleichzeitig eine faire Anpassung der irakischen Förderquote. Das erklärte al-Zaidi laut seinem Büro in einem Interview mit dem saudi-arabischen Fernsehsender Al Arabiya.

Die Aussage kommt zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt. Im Juni hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, der Irak erwäge einen Austritt aus der OPEC, sollte die Organisation Bagdad eine substanzielle Erhöhung der Ölförderung verweigern. Diese Meldung hatte in den internationalen Energiemärkten für Aufmerksamkeit gesorgt und Fragen über den Zusammenhalt des Kartells aufgeworfen.

Irak als OPEC-Schwergewicht

Der Irak nimmt innerhalb der OPEC eine besondere Stellung ein. Das Land ist nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Förderer innerhalb der Organisation und gehört zudem zu den fünf Gründungsmitgliedern der OPEC. Die Organisation wurde 1960 gegründet, und der Irak war von Beginn an dabei – ein historisches Gewicht, das Bagdads Forderungen nach einer größeren Förderquote zusätzliche Legitimität verleiht.

Die OPEC koordiniert die Ölproduktion ihrer Mitgliedsstaaten, um Preise und Angebot auf dem Weltmarkt zu steuern. Förderquoten sind dabei das zentrale Steuerungsinstrument: Sie legen fest, wie viel Rohöl jedes Mitgliedsland täglich produzieren darf. Für ölreiche Staaten wie den Irak, deren Staatshaushalt stark von Öleinnahmen abhängt, sind diese Quoten von enormer wirtschaftlicher Bedeutung.

Balanceakt zwischen Loyalität und Eigeninteresse

Die aktuelle Erklärung von Ministerpräsident al-Zaidi zeigt den klassischen Balanceakt, den viele OPEC-Mitglieder vollziehen müssen: Einerseits profitieren sie von der Preisdisziplin, die das Kartell durch koordinierte Fördermengen erzielt. Andererseits wächst der innenpolitische Druck, die eigenen Öleinnahmen durch höhere Produktion zu steigern – besonders in Ländern mit großem Finanzbedarf wie dem Irak.

Bagdad signalisiert mit der aktuellen Aussage, dass es den Konflikt innerhalb der OPEC lösen will – und nicht durch einen Austritt. Die Forderung nach einer „fairen" Förderquote deutet darauf hin, dass der Irak seine Verhandlungsposition innerhalb des Bündnisses stärken möchte, ohne die Mitgliedschaft selbst infrage zu stellen.

Für den globalen Ölmarkt ist die Stabilität der OPEC-Mitgliedschaft des Irak von Bedeutung. Ein Austritt des zweitgrößten Förderers hätte das Koordinierungsvermögen der Organisation erheblich geschwächt und möglicherweise zu Verwerfungen bei den Rohölpreisen geführt. Die Beruhigung der Lage durch al-Zaidis Bekenntnis zur OPEC dürfte daher von den Märkten positiv aufgenommen werden.

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