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Irak steigert Pipeline-Ölexporte auf 770.000 Barrel täglich

Bagdad will Rohölexporte via Pipeline innerhalb von zweieinhalb Monaten mehr als verdreifachen und neue Mittelmeerrouten erschließen.

Der Irak plant eine massive Ausweitung seiner Rohölexporte über Pipelines. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Regierungserklärung soll die Exportmenge über diesen Transportweg von derzeit 220.000 auf 770.000 Barrel pro Tag (bpd) gesteigert werden – und das innerhalb von lediglich zweieinhalb Monaten. Das entspricht mehr als einer Verdreifachung der aktuellen Pipeline-Kapazität.

Die Hintergründe dieser Entscheidung sind geopolitischer Natur. Die Exporte über die Südroute des Irak wurden infolge der Schließung der Straße von Hormus reduziert. Diese strategisch bedeutsame Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte weltweit. Die Sperrung hat Bagdad unter Druck gesetzt, alternative Exportwege zu finden.

Neue Exportrouten über das Mittelmeer

Als Reaktion darauf verfolgt der Irak eine Strategie zur Diversifizierung seiner Exportrouten. Bereits heute exportiert das Land Rohöl über den türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan. Nun soll eine weitere Route hinzukommen: Bagdad plant die Unterzeichnung eines Abkommens mit Syrien über den Transport, die Lagerung und den Umschlag von Rohöllieferungen über die syrischen Mittelmeerhäfen Baniyas und Tartus.

Das geplante Abkommen mit Syrien umfasst gleich drei irakische Rohölsorten: Basrah Light, Basrah Medium und Basrah Heavy. Diese Sorten zählen zu den wichtigsten Exportprodukten des Irak und werden auf den internationalen Ölmärkten gehandelt. Die Nutzung syrischer Häfen würde dem Irak eine weitere unabhängige Verbindung zum Mittelmeer und damit zu europäischen Abnehmern verschaffen.

Irak richtet Repräsentanz des Ölministeriums ein

Um die neuen Exportgeschäfte professionell zu koordinieren, beabsichtigt Bagdad zudem, eine Repräsentanz des irakischen Ölministeriums einzurichten. Diese soll die Exportoperationen über die neue syrische Route überwachen und eine reibungslose Abwicklung sicherstellen. Die institutionelle Verankerung unterstreicht den strategischen Stellenwert, den die irakische Regierung diesem Vorhaben beimisst.

Für den globalen Ölmarkt ist der Irak ein bedeutender Akteur. Das Land gehört zu den größten Ölproduzenten innerhalb der OPEC und ist auf Exporteinnahmen angewiesen, um seinen Staatshaushalt zu finanzieren. Eine erfolgreiche Diversifizierung der Exportrouten würde die Versorgungssicherheit für internationale Abnehmer erhöhen und gleichzeitig die Abhängigkeit des Irak von einzelnen Transportwegen verringern. Für Energiemärkte und Ölpreise bleibt die Entwicklung der irakischen Exportkapazitäten daher ein wichtiger Beobachtungspunkt.

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