Iran-Angriffe, Graham-Tod und Apple klagt gegen OpenAI
Geopolitische Spannungen, ein überraschender Todesfall im US-Senat und ein Rechtsstreit zwischen Tech-Giganten bewegen die Märkte zum Wochenstart.

Die Aktienmärkte starten schwächer in die neue Woche. Auslöser sind vor allem die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten nach gegenseitigen Luftangriffen zwischen den USA und dem Iran. Gleichzeitig sorgen der überraschende Tod von Senator Lindsey Graham sowie eine Klage von Apple gegen OpenAI für Schlagzeilen.
Straße von Hormus im Fokus
Das US-Zentralkommando teilte mit, dass amerikanische Streitkräfte am Wochenende Dutzende von Zielen angegriffen haben, „um die Fähigkeit des Irans zu schwächen, weiterhin die internationale Schifffahrt durch die Straße von Hormus anzugreifen". Die Islamische Revolutionsgarde des Irans erklärte daraufhin am Samstag, sie habe die Meerenge „bis auf Weiteres" gesperrt – eine Aussage, die das US-Militär jedoch dementierte. Präsident Donald Trump erklärte in einem NBC-Interview, die Meerenge sei offen.
Die Uneinigkeit über die Kontrolle der strategisch wichtigen Seestraße ist laut CNBC-Korrespondent Spencer Kimball teilweise das Ergebnis fehlender definierter Schifffahrtsrouten im im vergangenen Monat unterzeichneten Abkommen zwischen den USA und dem Iran. Die Ölpreise reagierten prompt und stiegen zu Beginn der Woche sprunghaft an. Für Anleger ist die Straße von Hormus von zentraler Bedeutung, da ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels durch diese Meerenge fließt.
Der S&P 500 und der Nasdaq Composite kommen beide von ihrer vierten Gewinnwoche in den letzten fünf Wochen. Der Dow Jones Industrial Average hingegen beendete seine längste wöchentliche Gewinnsträhne seit 2024.
Senator Lindsey Graham verstorben
Ein weiterer Schock trifft Washington: Senator Lindsey Graham (Republikaner, South Carolina) verstarb am Samstag nach einer „kurzen und plötzlichen Krankheit", wie sein Büro mitteilte. Der langjährige republikanische Gesetzgeber und enge Trump-Verbündete wurde 71 Jahre alt. Ein vorläufiger Bericht ergab, dass sein Tod die Folge einer Aortendissektion aufgrund einer arteriosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankung war.
Grahams Tod kam völlig unerwartet – er war gerade von einer Reise aus der Ukraine zurückgekehrt. Der Senator war bekannt für seine parteiübergreifende Zusammenarbeit bei politischen Themen. Laut CNBC-Reporter Garrett Downs könnte sein Ableben nun Herausforderungen für mehrere republikanische Prioritäten im Kongress verursachen. Als mögliche Nachfolger für seinen Senatssitz werden unter anderem die Abgeordnete Nancy Mace und der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, gehandelt.
Apple klagt gegen OpenAI
Im Tech-Sektor sorgt eine überraschende Klage für Aufsehen: Apple hat am Freitag Klage gegen OpenAI eingereicht und wirft dem KI-Startup vor, Geschäftsgeheimnisse im Rahmen seiner Bemühungen zur Entwicklung eigener Hardwareprodukte gestohlen zu haben. Der iPhone-Hersteller erklärte in einem Gerichtsdokument, dass OpenAI Informationen „auf jeder Ebene" gestohlen habe.
Die Klage gilt als schockierende Wendung, da die beiden Unternehmen im Jahr 2024 noch eine Partnerschaft besiegelt hatten. Das Verhältnis hatte sich jedoch merklich abgekühlt, nachdem OpenAI im vergangenen Jahr Pläne für den Einstieg in die Hardware-Industrie angekündigt hatte. Im Anschluss an die Klage belebte Tesla-CEO Elon Musk seine öffentliche Fehde mit OpenAI-Chef Sam Altman und bezeichnete ihn auf X als „Scam Altman". Altman reagierte und führte die jüngste Veröffentlichung des KI-Modells seines Unternehmens als Grund dafür an, dass Musk „wieder von mir besessen ist".
Tech-Arbeitsmarkt unter Druck
Auch der Technologie-Arbeitsmarkt bleibt ein Thema: Amazon hatte im vergangenen Jahr die größte Entlassungswelle in der Unternehmensgeschichte durchgeführt. Betroffene Mitarbeiter trafen dabei auf einen zunehmend angespannten Stellenmarkt. Die Entlassungen in der Branche erreichten im Mai den höchsten Stand seit 2024, so das Beratungsunternehmen Challenger, Gray & Christmas. KI war demnach den vierten Monat in Folge der meistgenannte Grund für Stellenkürzungen.
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Zur Aktienanalyse„Ich hatte immer diesen Gedanken: ‚Ich habe Amazon in meinem Lebenslauf, diese prestigeträchtige Sache'", sagte der im Januar entlassene Dorian Smith. „Aber als diese Entlassung passierte, war es wie: ‚Okay, keine große Sache, das haben 30.000 andere Leute auch.'"
Wohnungsbaugesetz tritt ohne Trumps Unterschrift in Kraft
Ein überparteilich verabschiedetes Wohnungsbaugesetz trat am Samstag in Kraft – ohne die Unterschrift von Präsident Trump. Dieser hatte am Freitag angekündigt, das Gesetz nicht zu unterzeichnen, legte jedoch auch kein Veto ein, wodurch es automatisch Gesetz wurde. Der „21st Century ROAD to Housing Act" zielt darauf ab, den Wohnungsbau zu fördern, Finanzierungen zu öffnen und Käufe durch Großinvestoren zu begrenzen. Experten warnen jedoch, dass Hauskäufer nicht mit einem sofortigen Sinken der Preise rechnen sollten.
In der laufenden Woche rücken zudem die Quartalszahlen großer US-Banken in den Fokus: JPMorgan Chase, Bank of America, Wells Fargo, Goldman Sachs und Citigroup berichten bereits am Dienstag vor Börseneröffnung. Ebenfalls am Dienstag wird der Verbraucherpreisindex für Juni veröffentlicht – ein wichtiger Indikator für die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve.


