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Iran-Atomdeal: Stratege sieht Trump vor möglichem Einlenken

Trotz festgefahrener Verhandlungen könnte wirtschaftlicher Druck Trump zu Zugeständnissen bei Kernforderungen bewegen, so Wolfe Research.

Iran-Atomdeal: Stratege sieht Trump vor möglichem Einlenken

Die Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran stecken in einer tiefen Sackgasse. Tobin Marcus, Stratege bei Wolfe Research, sieht jedoch einen möglichen Ausweg: Präsident Trump könnte seine Kernforderungen abschwächen, falls der wirtschaftliche und marktbedingte Druck weiter zunimmt. Eine Einigung sei damit grundsätzlich noch in Reichweite.

Trump hatte das jüngste Angebot des Irans öffentlich abgelehnt und es in einem Post als „VÖLLIG UNANNEHMBAR" bezeichnet. Damit enttäuschte er Hoffnungen, die durch Berichte über eine bevorstehende Einigung beider Seiten geweckt worden waren. Marcus zeigte sich von dieser Reaktion wenig überrascht.

„Die Forderungen der USA verletzen die langjährigen roten Linien des iranischen Regimes; diese Forderungen bleiben unverändert, und nichts von dem, was wir bisher gesehen haben, deutet darauf hin, dass der Iran kurz vor der Kapitulation steht", schrieb Marcus. Er verwies dabei auf eine Einschätzung der CIA, wonach der Iran die Blockade drei bis vier Monate oder länger durchhalten könne – und dabei gleichzeitig 70 Prozent seines Raketenvorrats aus der Vorkriegszeit behalte.

Der zentrale Streitpunkt: Angereichertes Uran

Der Kern des Konflikts liegt laut Wolfe Research im Umgang mit dem iranischen Bestand an angereichertem Uran. Die USA bestehen auf dem physischen Besitz dieses Materials, während der Iran eine Verwahrung in einem Drittland vorgeschlagen hat – verbunden mit Garantien, dass das Uran im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen zurückgegeben wird.

Marcus erklärte, der Iran betrachte dies angesichts des tief verwurzelten Misstrauens gegenüber den USA als eine nicht verhandelbare rote Linie. Diese fundamentale Vertrauenslücke zwischen beiden Seiten macht eine schnelle Annäherung besonders schwierig. Beide Parteien beharren auf Positionen, die für die jeweils andere Seite kaum akzeptabel erscheinen.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist der Konflikt von erheblicher Bedeutung: Eine Eskalation im Nahen Osten hätte direkte Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und damit auch auf die europäische Wirtschaft. Der Iran gehört zu den bedeutenden Ölproduzenten der Region, und geopolitische Spannungen spiegeln sich regelmäßig in den Rohstoffpreisen wider.

Marktrelevanz: Wolfe Research warnt vor Ignoranz der Krise

Trotz des Stillstands hält Marcus eine Einigung grundsätzlich für möglich – wenn Trump den entscheidenden Schritt macht. „Wenn Trump wirklich verzweifelt eine Einigung anstrebt, könnte er sich jederzeit dazu entscheiden, seine roten Linien zu verschieben", schrieb er. Der Präsident könne „einen Deal ermöglichen", falls die wirtschaftlichen und marktbedingten Belastungen schließlich einen Wendepunkt erreichen.

Wolfe Research merkte an, dass man den Markt derzeit nicht „short" gehen würde – also keine Wetten auf fallende Kurse empfiehlt. Gleichzeitig warnte das Analysehaus davor, dass es nicht nachhaltig erscheine, wenn die Aktienmärkte die Krise auf unbestimmte Zeit ignorierten. Anleger sollten die Entwicklungen daher aufmerksam verfolgen.

Die Lage bleibt damit angespannt und ungelöst. Ob Trump letztlich bereit ist, seine Forderungen zu lockern, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie stark der Druck aus Wirtschaft und Finanzmärkten auf die US-Regierung wächst.

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