Iran-Deal beflügelt Märkte: Dow auf Rekordhoch, Öl fällt
Entspannung im Iran-Konflikt treibt den Dow Jones auf ein neues Allzeithoch, während Ölpreise deutlich nachgeben.

Die Aussicht auf ein Iran-Abkommen sorgt an den Finanzmärkten für Optimismus. Der Dow Jones Industrial Average kletterte auf ein Rekordhoch von 51.999,67 Punkten, während der Ölpreis deutlich nachgab. Anleger schichten dabei aus Chip-Aktien in zyklische Werte um.
Die Ölpreise reagierten besonders stark auf die Entspannungssignale. Die Futures für die Nordseesorte Brent fielen um 5 Prozent und schlossen bei 78,96 US-Dollar pro Barrel – das erste Mal seit März, dass die internationale Benchmark unter die Marke von 80 Dollar sank. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verlor sogar 5,8 Prozent und notierte bei 76,05 Dollar. Hintergrund: Mit der Unterzeichnung des Abkommens sollen laut dem Wall Street Journal die Ölsanktionen gegen den Iran unmittelbar gelockert werden, was das globale Ölangebot erhöhen würde.
Das Iran-Memorandum of Understanding scheint auf Kurs zu sein, am Freitag in Genf unterzeichnet zu werden. Bislang hat keine der beiden Seiten einen Rückzieher gemacht. Im Inland sieht sich US-Präsident Donald Trump jedoch mit Kritik aus dem Kongress konfrontiert: Einige Abgeordnete fordern nicht nur die Übermittlung des Textes der Absichtserklärung, sondern auch deren formelle Zustimmung durch das Parlament.
Trump visiert nächsten außenpolitischen Deal an
Noch bevor das Iran-Abkommen besiegelt ist, richtet Trump seinen Blick auf einen weiteren Konflikt. Auf dem G7-Gipfel in Frankreich sicherte der US-Präsident der Ukraine weitere Unterstützung zu und forderte Russland auf, „ein Abkommen zu schließen", um den mehrjährigen Krieg zu beenden. Trump erklärte, er werde „alles tun, was ich kann". Analysten gehen jedoch davon aus, dass selbst Trumps erneutes Engagement diesen komplexen Konflikt nicht kurzfristig lösen dürfte.
Am Aktienmarkt zeigte sich ein gemischtes Bild. Während der Dow von der positiven Stimmung profitierte, belastete ein Rückgang im Technologiesektor den S&P 500 und den Nasdaq Composite. Advanced Micro Devices verlor mehr als 7 Prozent, Micron Technology büßte 6 Prozent ein und Nvidia gab um mehr als 2 Prozent nach.
SpaceX überholt Microsoft – und erntet Kritik
Ein bemerkenswerter Ausreißer war SpaceX. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk setzte seinen rasanten Aufstieg fort und wurde zum fünftwertvollsten Unternehmen der USA. Die Marktkapitalisierung von SpaceX erreichte im Vormittagshandel 2,94 Billionen US-Dollar und übertraf damit kurzzeitig die Bewertung von Microsoft in Höhe von 2,93 Billionen Dollar. Den Handelstag beendete SpaceX bei einer Marktkapitalisierung von 2,65 Billionen Dollar.
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Zur AktienanalyseNicht alle Marktteilnehmer teilen die Begeisterung. Michael Burry, bekannt aus dem Film „The Big Short", erklärte, dass er keine Position in SpaceX halte, und stellte die Bewertung infrage. Er beschrieb das Unternehmen als „im Grunde ein kleines Raumfahrtunternehmen, einen Nischen-Telekommunikationsanbieter, ein geplagtes Social-Media-Unternehmen und ein Coreweave-light", das weniger als 20 Milliarden US-Dollar an Jahresumsatz generiere.
Intel nähert sich möglichem Apple-Deal
Auch Intel sorgte für Schlagzeilen. Der Chiphersteller gab auf dem VLSI-Symposium in Honolulu bekannt, mit der Produktion seines fortschrittlichsten Chip-Knotens – dem sogenannten 18A-P – begonnen zu haben. Damit rückt ein möglicher Deal zur Herstellung von Chips für Apple-Geräte näher. Chip-Analyst Ben Bajarin erklärte gegenüber CNBC, dass Apple wahrscheinlich abwarten werde, um Chips auf Basis von 18A-P fertigen zu lassen. Die Intel-Aktie war im vergangenen Monat bereits um fast 14 Prozent gestiegen, nachdem Berichte über eine vorläufige Einigung mit Apple die Runde gemacht hatten.


