Iran dementiert Gesprächsanfrage an USA und trotzt Trump
Teheran widerspricht Trump direkt: Der Iran habe keine Verhandlungen beantragt, sondern lediglich einen katarischen Vermittler empfangen.

Das iranische Außenministerium hat heute öffentlich Aussagen von US-Präsident Donald Trump widersprochen. Sprecher Esmaeil Baghaei erklärte laut iranischem Staatsfernsehen, dass Teheran keine Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten beantragt habe. Der Iran habe lediglich den Besuch eines katarischen Vermittlers akzeptiert – nicht mehr und nicht weniger.
Trump hatte zuvor behauptet, die USA hätten Gesprächen mit dem Iran zugestimmt, nachdem Teheran um eine Fortsetzung der Verhandlungen gebeten habe. Der US-Präsident erklärte zudem, dass der Waffenstillstand vom Juni zwischen beiden Nationen beendet sei. Diese Aussagen stehen in direktem Widerspruch zur offiziellen Darstellung Teherans.
Straße von Hormus im Fokus
Ungeachtet des diplomatischen Streits kündigte Baghaei an, dass der iranische Außenminister Abbas Araqchi den Oman besuchen werde. Ziel des Besuchs sei es, Mechanismen für die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus zu erörtern und zu vereinbaren. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und für den globalen Ölhandel von entscheidender Bedeutung.
Der Sprecher betonte laut der iranischen Nachrichtenagentur ISNA, dass der Iran weiterhin entschlossen sei, den sicheren Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zu gewährleisten. Die Zusammenarbeit mit dem Oman werde in diesem Rahmen fortgesetzt. Der Oman gilt traditionell als neutraler Vermittler zwischen dem Iran und westlichen Staaten.
Warnung an Washington
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseBaghaei richtete zugleich eine deutliche Warnung an die USA: Jeder Verstoß gegen bestehende Verpflichtungen werde mit „gegenseitigen Maßnahmen" beantwortet, wie iranische Staatsmedien berichteten. Diese Formulierung unterstreicht die angespannte Lage zwischen beiden Ländern.
Die widersprüchlichen Aussagen aus Washington und Teheran verdeutlichen, wie fragil die diplomatische Lage zwischen den USA und dem Iran derzeit ist. Während Trump eine Gesprächsbereitschaft des Irans suggeriert, besteht Teheran darauf, keine direkten Verhandlungen angestrebt zu haben. Für internationale Beobachter und Märkte bleibt die Situation rund um den Persischen Golf damit weiterhin ein zentrales Risikothema – insbesondere mit Blick auf die Energieversorgung und die globalen Ölpreise.


