Iran exportierte 57 Millionen Barrel Öl zwischen Trump-Blockaden
Schiffsdaten zeigen: Teheran nutzte die Pause zwischen zwei US-Seeblockaden für massive Rohölexporte von täglich 2,2 Millionen Barrel.

Der Iran hat während einer vorübergehenden Unterbrechung zwischen zwei US-Seeblockaden mindestens 57 Millionen Barrel Rohöl exportiert. Das geht aus Schiffsdaten hervor, die Bloomberg am Montag zusammengestellt hat. Die Exporte erfolgten, nachdem Washington und Teheran im vergangenen Monat ein Interimsabkommen zur Lockerung der Beschränkungen und zur Aufhebung der Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe erzielt hatten.
Während des Zeitraums zwischen den beiden Blockaden verschiffte Teheran mindestens 2,2 Millionen Barrel pro Tag. Das tatsächliche Volumen könnte jedoch noch höher liegen, da der Iran Ladungsbewegungen in der Vergangenheit nachweislich verschleiert hat. Die Lieferungen umfassten Öl aus iranischen Exportanlagen sowie von Schiffen, die in einem iranischen Hafen im Golf von Oman blockiert worden waren.
Trumps Ankündigung: Blockade wird wieder aufgenommen
Präsident Trump kündigte am Montag über soziale Medien an, dass die USA die Blockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, wieder aufnehmen werden. Darüber hinaus erklärte er, dass die USA eine Erstattung von 20 Prozent auf alle anderen Frachten verlangen werden, die die Straße von Hormus passieren. Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und ist ein zentraler Korridor für den globalen Ölhandel.
„Wir setzen DIE IRANISCHE BLOCKADE wieder in Kraft, die so genannt wird, weil sie nur iranische Schiffe oder Kunden am Ein- oder Auslaufen hindert. Alle anderen Länder werden die Meerenge fair und offen nutzen können", erklärte Trump. Zugleich beanspruchte er für die USA eine neue Rolle: „Die USA werden von nun an als ‚DER WÄCHTER DER STRASSE VON HORMUS' bekannt sein, aber als solcher und aus Gründen der FAIRNESS werden wir mit einem Satz von 20% auf alle verschifften Güter für sämtliche Kosten entschädigt, die notwendig sind, um die Sicherheit in diesem sehr volatilen Teil der Welt zu gewährleisten."
Auswirkungen auf den Ölmarkt
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Zur AktienanalyseEin Großteil des exportierten Öls ist bereits auf dem Weg zu Abnehmern und könnte dem Iran wirtschaftliche Entlastung verschaffen, sofern Käufer gefunden werden. Das zusätzliche iranische Angebot auf dem Weltmarkt trug in den zwei Wochen nach dem ursprünglichen Abkommen zu niedrigeren Ölpreisen bei. Für Anleger und Energiemärkte bleibt die Lage damit weiterhin angespannt und schwer kalkulierbar.
Die erste Blockade hatte Kharg Island, den wichtigsten Exportterminal des Irans im Persischen Golf, für mehrere Wochen lahmgelegt und die Ölproduktion des Landes spürbar reduziert. Mit der erneuten Ankündigung Trumps dürfte der Druck auf den iranischen Ölsektor wieder deutlich zunehmen. Wie sich die Wiederaufnahme der Blockade auf die globalen Energiepreise auswirken wird, bleibt abzuwarten.


