Iran-Konflikt erschüttert Märkte: Euro fällt, Ölpreise explodieren
Nach US-israelischen Angriffen auf den Iran reagieren globale Finanzmärkte mit massiver Risikoaversion und starken Kursbewegungen.

Die Eskalation im Nahen Osten hat die Finanzmärkte am Montag in Aufruhr versetzt. Nachdem die USA und Israel Angriffe auf den Iran durchgeführt und dabei Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei getötet hatten, flohen Investoren weltweit in sichere Häfen. Die Angst vor einem länger andauernden Konflikt dominierte das Marktgeschehen.
Der Euro verlor 0,3 % und fiel auf 1,1784 US-Dollar. Das britische Pfund gab ebenfalls 0,3 % nach und notierte bei 1,3451 Dollar. Analysten von Wells Fargo warnten, dass Europa in einer besonders schwierigen Lage sei: Der Kontinent steht kurz vor der Auffüllung seiner Erdgasspeicher – ausgerechnet in einem Umfeld potenziell stark steigender Energiepreise.
Der Schweizer Franken als klassischer sicherer Hafen legte zeitweise um 0,4 % zu und erreichte mit 0,9030 Franken je Euro den stärksten Stand gegenüber der Gemeinschaftswährung seit 2015. Strategen wie Jason Wong von BNZ betonten die Unsicherheit über die Dauer des Konflikts und die mögliche Schließung der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Ölhandelsrouten der Welt.
Ölpreise springen neun Prozent
Die Rohölpreise reagierten am frühen Montag mit einem Sprung von rund 9 %. Auslöser waren Befürchtungen über Störungen des Seehandels. Die Spannungen verschärften sich weiter, als der Iran Vergeltung ankündigte und die Revolutionsgarden drei US-amerikanische und britische Öltanker angriffen. Berichte über Explosionen über Dubai und Doha verstärkten die Unsicherheit zusätzlich.
Besonders hart traf es Fluggesellschaften in Asien. Treibstoff ist der größte Kostenfaktor für Airlines, weshalb steigende Ölpreise die Branche unmittelbar belasten. Qantas Airways brach zeitweise um über 10 % ein und schloss 5 % tiefer. Singapore Airlines verlor 8 %, Japan Airlines mehr als 7 %, Cathay Pacific gab 4 % nach. Chinesische Carrier wie Air China, China Southern und China Eastern verzeichneten Rückgänge zwischen 4 % und 10 %.
Asiatische Währungen unter Druck
Der Australische Dollar fiel zunächst um bis zu 1,2 % und erholte sich nur teilweise auf ein Minus von 0,3 % bei 0,7096 Dollar. Der japanische Yen schwächte sich um 0,2 % auf 156,235 Yen je Dollar ab. Analysten von Morgan Stanley MUFG erwarten, dass die Bank of Japan angesichts der wachsenden Unsicherheit eine vorsichtigere Haltung einnehmen und Zinserhöhungen auf Eis legen wird.
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Zur AktienanalyseDer chinesische Offshore-Yuan gab 0,1 % auf 6,868 je Dollar nach. China ist als weltgrößter Energieimporteur und Hauptabnehmer iranischen Öls besonders exponiert. Die People's Bank of China senkte ihren täglichen Referenzkurs, um eine stärkere Aufwertung des Yuan gegenüber dem Dollar zu begrenzen.
Politisch verschärfte sich die Lage weiter: Iranische Staatsmedien bestätigten den Tod des 86-jährigen Khamenei, was ein Nachfolgerennen ausgelöst hat. Das israelische Militär erklärte, noch viele Ziele seien offen, Bodentruppen kämen jedoch nicht infrage. US-Präsident Donald Trump deutete gegenüber dem Daily Mail an, die Militäroperation könne etwa vier Wochen dauern.


