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Iran-Konflikt trifft Hyundai: Lieferketten nach Europa gestört

Der Nahost-Krieg bremst den weltweiten Fahrzeugexport des südkoreanischen Autoriesen – mit spürbaren Folgen für Anleger.

Iran-Konflikt trifft Hyundai: Lieferketten nach Europa gestört

Der anhaltende Iran-Konflikt hinterlässt deutliche Spuren bei einem der größten Autobauer der Welt. Hyundai, der drittgrößte Fahrzeughersteller global, meldet erhebliche Störungen seiner Exportrouten nach Europa und Nordafrika. Manager Kim Dong-jo machte am Freitag bei einem Treffen von Regierungs- und Wirtschaftsvertretern im Hafen von Pyeongtaek-Dangjin klar: Selbst wenn der Konflikt bald enden sollte, werde die Wiederherstellung der Lieferketten noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.

Besonders betroffen ist die konzerneigene Logistiktochter Hyundai Glovis, die derzeit mehrere Routen im Nahen Osten nicht befahren kann. Fracht muss an alternativen Standorten zwischengelagert werden, was Kosten treibt und Lieferzeiten verlängert. Dem südkoreanischen Handelsminister Yeo Han-koo zufolge werden Lieferungen bereits zu Umschlagplätzen wie Sri Lanka umgeleitet, wo Waren zwischengelagert werden, bis der reguläre Transport wieder aufgenommen werden kann.

Einbruch im Nahen Osten – Absatzzahlen unter Druck

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Südkoreas Exporte in den Nahen Osten brachen im März um massive 49 Prozent ein. Gleichzeitig sank der weltweite Fahrzeugabsatz von Hyundai im selben Monat um 2,3 Prozent auf 358.759 Einheiten. Zu Hyundai gehört auch das Schwesterunternehmen Kia, womit der Konzern gemeinsam zu den bedeutendsten Automobilherstellern weltweit zählt.

Hyundai-Manager Kim warnte zudem vor weiteren Belastungen: Steigende Logistikkosten und Rohstoffengpässe setzten Zulieferer und die Produktion zunehmend unter Druck. Das ist ein klassisches Muster aus Lieferkettenkrisen, wie sie die Automobilbranche zuletzt während der Corona-Pandemie und des Halbleitermangels erlebt hat – mit dem Unterschied, dass der aktuelle Auslöser geopolitischer Natur ist und schwerer planbar bleibt.

Aktienkurse reagieren – Kospi dagegen im Plus

An der Börse zeigten sich die Auswirkungen unmittelbar. Die Aktien von Hyundai Motor schlossen am Freitag mit einem Minus von 1,2 Prozent, während Hyundai Glovis 0,7 Prozent verlor. Bemerkenswert: Der südkoreanische Leitindex Kospi legte trotzdem um 2,7 Prozent zu – ein Zeichen dafür, dass der breite Markt die Belastungen für den Automobilsektor zunächst nicht als systemisches Risiko für die gesamte Volkswirtschaft bewertet.

Für Privatanleger, die in Hyundai oder verwandte Logistikwerte investiert sind, bleibt die Lage angespannt. Die Kombination aus gestörten Transportwegen, steigenden Frachtkosten und rückläufigen Absatzzahlen dürfte die Margen des Konzerns im zweiten Quartal belasten. Wie lange der Konflikt andauert und wie schnell sich Alternativrouten etablieren lassen, ist derzeit die entscheidende Unbekannte für die weitere Kursentwicklung.

Die aktuelle Krise verdeutlicht einmal mehr, wie verwundbar global aufgestellte Lieferketten gegenüber geopolitischen Schocks sind – und warum Anleger bei Unternehmen mit hoher Abhängigkeit von bestimmten Handelsrouten stets das geopolitische Risiko im Blick behalten sollten.

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