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Iran-Krieg bedroht Automobil-Lieferkette bei Öl und Aluminium

Der Konflikt im Iran gefährdet wichtige Rohstoffversorgung für die globale Automobilindustrie.

Iran-Krieg bedroht Automobil-Lieferkette bei Öl und Aluminium

Der Krieg im Iran trifft die globale Automobilindustrie an einer besonders empfindlichen Stelle. Obwohl die Region kein bedeutender Produzent von Autoteilen ist, kontrolliert sie den Zugang zu entscheidenden Rohstoffen – und das in einem Moment, in dem die Branche ohnehin unter massivem Druck steht.

Rund 20 Prozent des weltweiten Erdöls fließen durch die Straße von Hormus, die an beiden Seiten an den Iran und den Oman grenzt. Der Ölpreis stieg bereits zu Beginn des Konflikts auf über 100 US-Dollar pro Barrel. In den USA kletterte der Benzinpreis in Iowa auf über drei Dollar pro Gallone – mit zwei Tagesanstiegen von je zwölf Cent innerhalb von zwei Wochen, laut dem Analysten Patrick De Haan von GasBuddy zwei der größten nominalen Tagesanstiege seit 2005.

Hohe Ölpreise verteuern zudem Petrochemikalien, aus denen Kunststoffe hergestellt werden. Schätzungen zufolge bestehen rund 30 Prozent aller Autoteile aus Kunststoff – ein erheblicher Kostenfaktor für Hersteller weltweit.

Aluminium aus dem Golf unter Druck

Auch Aluminium gerät ins Visier. Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen laut dem Beratungsunternehmen AlixPartners für neun Prozent der weltweiten Aluminiumverhüttung. Die USA importieren zwischen 80 und 90 Prozent ihres Aluminiums, etwa 20 Prozent davon stammen aus der Golfregion. Aluminium ist für die Autoindustrie unverzichtbar: Es ist leichter als Stahl und hilft dabei, Fahrzeuge effizienter zu machen – ein entscheidender Faktor sowohl bei Verbrennern als auch bei Elektrofahrzeugen, um das Batteriegewicht zu kompensieren.

Duncan Wood vom Wilson Center in Washington sieht zwar Gründe, warum ein Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel unwahrscheinlich bleibt. Dennoch warnt er vor dem größeren Muster: Die Automobilindustrie kämpft seit Jahren mit wiederholten globalen Engpässen – von der Pandemie über den Mikrochip-Mangel bis zum Ukraine-Krieg, der Kabelbaumlieferanten abschnitt.

Branche kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig

2025 brach erneut ein Chipmangel aus, als der niederländische Hersteller Nexperia in einen Handelsstreit zwischen der EU, den USA und China geriet. Gleichzeitig zahlen Automobilhersteller bereits Milliarden an Zollkosten infolge globaler Handelsstreitigkeiten. Diese anhäufenden Störungen treffen eine Branche, die parallel zwei fundamentale Transformationen stemmen muss: die profitable Produktion von Elektrofahrzeugen und die Integration neuer Hard- und Softwaresysteme. Ein Patentrezept für die strukturelle Anfälligkeit der Lieferketten hat die Industrie bislang nicht gefunden.

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