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Iran-Krieg belastet Chinas größte Handelsmesse Canton Fair

Steigende Rohstoffkosten und Unsicherheit über die globale Nachfrage trüben die Stimmung chinesischer Exporteure auf der Canton Fair.

Iran-Krieg belastet Chinas größte Handelsmesse Canton Fair

Der Krieg im Iran trifft chinesische Exporteure mit voller Wucht: Auf der Canton Fair, Chinas größter Handelsmesse im südchinesischen Guangzhou, berichten Aussteller von massiv gestiegenen Produktionskosten und wachsender Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft.

Besonders deutlich spürbar ist der Druck bei Shao Haixia, Inhaberin der Kunststofffabrik Xiatao Plastic Industry. Seit Beginn des Iran-Krieges sind die Rohstoffkosten ihres Unternehmens um 20 Prozent gestiegen. Es ist ihr bislang nicht gelungen, diese Mehrkosten vollständig an ihre ausländischen Kunden weiterzugeben – ein Problem, das viele Exporteure auf der Messe teilen.

Xiatao Plastic Industry bezieht seine Rohstoffe hauptsächlich von lokalen Raffinerien und stellt Komponenten für Elektrogeräte her, die ausschließlich im Ausland verkauft werden. Das Unternehmen ist damit vollständig vom internationalen Markt abhängig – und entsprechend anfällig für geopolitische Schocks.

Sorgen um globale Nachfrage

Wie viele andere Teilnehmer der diesjährigen Canton Fair ist Shao nicht nur wegen der gestiegenen Inputkosten besorgt. Sie und andere Aussteller fürchten auch die Auswirkungen, die ein lang anhaltender Konflikt auf die weltweite Nachfrage haben könnte. Ein anhaltender Krieg könnte Konsumenten und Unternehmen weltweit verunsichern und die Nachfrage nach chinesischen Exportgütern dämpfen.

Die Canton Fair gilt als wichtiger Stimmungsbarometer für Chinas Exportwirtschaft. Die Messe in Guangzhou zieht jedes Jahr tausende internationale Einkäufer an und gilt als Schaufenster für das Rückgrat der chinesischen Industrie – kleine und mittelgroße Hersteller, die Waren für den Weltmarkt produzieren. Für deutsche Beobachter und Investoren ist die Veranstaltung ein frühzeitiger Indikator für Trends im globalen Handel.

Die Kombination aus steigenden Rohstoffpreisen und drohenden Nachfrageeinbrüchen stellt chinesische Exporteure vor eine doppelte Herausforderung: Einerseits steigen die Kosten, andererseits lässt sich der Preisanstieg kaum an die Abnehmer weitergeben, ohne Aufträge zu verlieren. Für Unternehmen wie Xiatao Plastic Industry, die ausschließlich für den Export produzieren, gibt es keinen heimischen Markt als Ausweichoption.

Geopolitik als wachsendes Risiko für den Welthandel

Der Iran-Konflikt reiht sich in eine Serie geopolitischer Belastungen ein, mit denen der globale Handel in den vergangenen Jahren konfrontiert wurde. Für chinesische Hersteller, die stark in globale Lieferketten eingebunden sind, bedeutet jede neue Eskalation in einer rohstoffreichen Region potenziell höhere Einkaufspreise und schwierigere Kalkulationen.

Die Stimmung auf der Canton Fair spiegelt damit eine breitere Unsicherheit wider, die Exporteure weltweit beschäftigt: Wie lange dauert der Konflikt an, und welche Folgen hat er für Energiepreise, Rohstoffmärkte und die Kaufkraft der Konsumenten in den wichtigsten Absatzmärkten?

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