Iran-Krieg kostet US-Haushalte 450 Dollar mehr für Energie
Steigende Benzin- und Energiepreise belasten amerikanische Verbraucher massiv – mit weitreichenden Folgen für Konsum und Sparquote.

Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar hat der durchschnittliche US-Haushalt 447,19 Dollar zusätzlich für kraftstoffbezogene Ausgaben aufgewendet. Das zeigt eine Analyse von Moody's Analytics, die exklusiv mit CNBC geteilt wurde. Kumuliert belaufen sich die Mehrkosten für amerikanische Verbraucher auf fast 60 Milliarden Dollar – ein erheblicher wirtschaftlicher Schlag, der die Drei-Monats-Marke des Konflikts begleitet.
Etwa die Hälfte dieser gestiegenen Energieausgaben entfällt auf höhere Benzinpreise. Eine durchschnittliche Gallone bleifreies Benzin kostete in den USA zuletzt rund 4,39 Dollar – ein Anstieg von mehr als 47 Prozent seit Anfang März, wie die Automobilorganisation AAA berichtet. Auch der Dieselpreis kletterte um rund 47 Prozent auf etwa 5,52 Dollar pro Gallone, was zu Mehrausgaben von über 20 Milliarden Dollar bei den Verbrauchern führte.
Kerosin und Flugpreise treiben Belastung weiter
Neben Benzin und Diesel belasten auch steigende Kerosinpreise die Haushalte. Die Verbraucher mussten aufgrund der höheren Kerosinkosten fast 10 Milliarden Dollar zusätzlich aufbringen. Die Flugpreise stiegen im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 20 Prozent, wie offizielle Inflationsdaten der US-Bundesregierung belegen.
Besonders brisant: Die Energiekosten-Belastung von knapp 450 Dollar übersteigt bereits den Vorteil, den viele Haushalte durch höhere Steuerrückerstattungen unter dem Steuergesetz von Präsident Donald Trump erhalten haben. Laut Moody's beläuft sich dieser Steuervorteil auf durchschnittlich 384 Dollar pro Haushalt – und ist damit durch die Energiekosten mehr als aufgezehrt. Mark Zandi von Moody's Analytics warnte zudem, dass die meisten Vorteile aus den Steuersenkungen bereits aufgebraucht seien.
Sollten die Energiepreise auf dem aktuellen Niveau verharren, könnte die Belastung zum einjährigen Jahrestag des Krieges auf fast 2.000 Dollar pro Haushalt ansteigen, so Zandi. Goldman Sachs geht davon aus, dass die höheren Energiepreise die Kaufkraft der Verbraucher bis zum Jahresende 2026 weiter „erodieren" werden. Besonders hart treffe dies einkommensschwächere Haushalte, die einen größeren Anteil ihres Budgets für Lebensmittel und Energie ausgeben.
Sparquote auf historisch niedrigem Niveau
Die wirtschaftliche Anspannung zeigt sich deutlich in den Verbraucherdaten. Die persönliche Sparquote der Amerikaner sank im April auf 2,6 Prozent – einen der niedrigsten Werte seit der globalen Finanzkrise. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 lag die Sparquote zeitweise bei über 31 Prozent, als staatliche Konjunkturhilfen die Haushalte stützten.
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Zur AktienanalyseZwar stiegen die Konsumausgaben von März auf April um 0,5 Prozent, doch das Einkommenswachstum blieb im April unverändert und verfehlte die Ökonomen-Prognose von 0,4 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass der Konsum zunehmend auf Pump finanziert wird. Die Kreditkartenschulden der Amerikaner erreichten im ersten Quartal 1,25 Billionen Dollar – ein Anstieg von fast 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und nahe dem Allzeithoch vom Ende des Jahres 2025, wie die New York Federal Reserve mitteilte.
Auch Unternehmen spüren die Auswirkungen. Der Großhändler Costco meldete am Ende seines Geschäftsquartals ein „rekordverdächtiges" Benzinvolumen, da Autofahrer verstärkt nach günstigerem Kraftstoff suchen. McDonald's-Chef Chris Kempczinski warnte, dass sich die Konsumausgaben – insbesondere in einkommensschwächeren Schichten – „etwas verschlechtern könnten", da die Energiepreise die Geldbeutel der Verbraucher belasten. Die Kombination aus sinkender Sparquote, steigenden Schulden und stagnierendem Einkommenswachstum zeichnet ein zunehmend angespanntes Bild der amerikanischen Konsumlandschaft.


