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Iran-Krieg setzt US-Kurzfristkreditmarkt unter wachsenden Druck

Der anhaltende Konflikt mit dem Iran lässt Credit Spreads steigen und verunsichert Anleger im billionenschweren US-Commercial-Paper-Markt.

Iran-Krieg setzt US-Kurzfristkreditmarkt unter wachsenden Druck

Der US-Kurzfristkreditmarkt zeigt erste Stresszeichen infolge des anhaltenden Iran-Krieges. Kurzfristige Credit Spreads haben sich in den vergangenen Wochen über nahezu alle Branchen und Laufzeiten hinweg ausgeweitet. Dies spiegelt ein zunehmend risikoaverses Umfeld wider, das durch die Aussicht auf einen langwierigen Konflikt genährt wird.

Der Iran zeigte keine Anzeichen, das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zur Öffnung der Straße von Hormus bis Dienstag um 20:00 Uhr EDT zu akzeptieren. Trump bekräftigte am Dienstag seine Drohung mit massiven Angriffen und erklärte, dass „heute Abend eine ganze Zivilisation sterben wird", sofern Teheran nicht in letzter Minute ein Abkommen erzielt. Die Aussicht auf eine Eskalation verunsichert Anleger, die auf ein baldiges Ende des Konflikts gehofft hatten.

Stress im Commercial-Paper-Markt

Besonders im rund 1,5 Billionen US-Dollar schweren US-Commercial-Paper-Markt (CP) bauen sich laut Analysten erste Spannungen auf. Dieser Markt gilt als kritische kurzfristige Finanzierungsquelle für Unternehmen und Banken und ist ein wichtiges Barometer für Finanzierungs- und Kreditprobleme. Während der Markt den Konflikt im Nahen Osten zunächst ignorierte, wächst mit zunehmender Dauer die Besorgnis.

„Die Credit Spreads haben sich generell über die gesamte Kurve und über fast alle Branchen hinweg ausgeweitet", sagte Jan Nevruzi, US-Zinsstratege bei TD Securities in New York. „Die gesamte Kurve wurde einfach höher bepreist. Man muss also etwas mehr für die Finanzierung bezahlen." Die Zahlen belegen diese Einschätzung deutlich: Der Spread zwischen den 30-Tage-Sätzen für AA-geratete Non-Financial-CPs gegenüber der einmonatigen Secured Overnight Funding Rate (SOFR) weitete sich laut jüngsten Wochendaten der Federal Reserve auf 6 Basispunkte aus. Vor Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar lag dieser Spread noch bei null.

Noch deutlicher ist die Bewegung bei Emittenten mit niedrigerem Rating. Der Spread für 30-Tage-Sätze von A2/P2-Non-Financial-Emittenten gegenüber der SOFR stieg auf 44 Basispunkte – verglichen mit lediglich 17 Basispunkten vor Beginn des Konflikts. „Es kostet die Emittenten von Commercial Paper etwas mehr, ihre Bücher zu finanzieren", erklärte Teresa Ho, Leiterin der US-Short-Duration-Strategie bei J.P. Morgan in Boston.

Geldmarktfonds halten sich zurück

Auf der Anlegerseite zeigen sich ebenfalls Vorsichtszeichen. CP-Käufer warten laut Ho auf deutlichere Anzeichen von Stabilität, bevor sie wieder in den Markt einsteigen. Die vorherrschende Unsicherheit habe sie vorsichtig gemacht, da „wir nicht wissen, wie die Liquidität in den nächsten Wochen aussehen wird."

Prime-Geldmarktfonds, die zu den größten Käufern von CPs zählen, verzeichneten in den vergangenen Wochen Schwankungen bei ihrem Vermögen. Ihr verwaltetes Vermögen sank in der Woche bis zum 1. April um 2 Prozent auf 1,246 Billionen US-Dollar, wie Daten des Investment Company Institute zeigen. Analysten erklären, dass ein solcher Rückgang wahrscheinlich bedeutet, dass Geldmarktfonds kurzfristige Bestände wie CPs auslaufen lassen, anstatt sie zu verlängern.

Zum Vergleich: Der Spread zwischen A2/P2- und A1/P1-Papieren lag zuletzt bei 38 Basispunkten, gegenüber 20 Basispunkten vor dem Krieg. Analysten bezeichnen dieses Niveau als konsistent mit einem leichten Risk-off-Umfeld. Während der COVID-19-Pandemie im März 2020 hatte dieser Spread mit 200 bis 300 Basispunkten ein Vielfaches des aktuellen Wertes erreicht – ein Hinweis darauf, dass die Lage zwar angespannt, aber noch weit von einer akuten Krise entfernt ist.

Auch Bankanleihen unter Druck

Druck baut sich auch im rund 2 Billionen US-Dollar großen Markt für variabel verzinsliche US-Bankanleihen (Bank Floating Rate Notes, FRN) auf. Der Spread für sechsmonatige Bank-FRNs gegenüber der Overnight-SOFR weitete sich im März um etwa 13 Basispunkte auf 33 Basispunkte aus. Da FRNs die Refinanzierungskosten der Banken verankern, werden sich ausweitende Spreads in diesem Segment weithin als Signal für eine Verschärfung der Kreditbedingungen gewertet.

„Bei der allgemeinen Unternehmensfinanzierung dreht sich derzeit alles darum, dass die Akteure vorsichtiger gegenüber dem Gegenparteirisiko und Kreditengagements werden", kommentierte Joseph Abate, Leiter der Zinsstrategie bei SM. Die Entwicklungen zeigen, dass der Finanzmarkt den geopolitischen Konflikt nicht länger ignoriert – auch wenn eine systemische Krise nach aktuellem Stand noch nicht droht.

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