ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Iranische Ölexporte steigen: Rohölpreise weltweit unter Druck

Nach einem US-Iran-Interimsabkommen flutet nahöstliches Rohöl die Märkte und drückt die Preise auf Mehrjahrestiefs.

Iranische Ölexporte steigen: Rohölpreise weltweit unter Druck

Physische Rohölladungen werden weltweit mit deutlichen Preisabschlägen gehandelt. Der Grund: Das Angebot aus dem Nahen Osten steigt rapide an, nachdem die USA im Rahmen eines 60-tägigen Interimsabkommens mit dem Iran die Sanktionen vorübergehend gelockert haben. Bei einigen Sorten sind die Abschläge die höchsten seit Jahren.

Das Abkommen zwischen Washington und Teheran zielt auf die Beendigung des am 28. Februar begonnenen Krieges ab. Es hat die Wiederaufnahme eines Teils des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus ermöglicht – einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Vor dem Konflikt wurde durch diese Meerenge ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen transportiert.

Angebotsflut aus dem Nahen Osten

Der Iran fährt seine Ölexporte nun deutlich hoch und sucht aktiv nach Absatzmärkten außerhalb Chinas. Gleichzeitig haben die Freigabe von im Golf festgesetzten Ladungen sowie ein erhöhtes Rohölangebot der Abu Dhabi National Oil Co, der Kuwait Petroleum Corp und der irakischen SOMO das kurzfristig verfügbare Angebot massiv erhöht. Die Folge: Die nahöstlichen Benchmarks Dubai, Oman und Murban sind in den Discount-Bereich gerutscht.

Zum Vergleich: Als der Iran-Krieg begann und die Straße von Hormus faktisch geschlossen war, erreichten viele Rohölsorten aufgrund der Sorge über ein knappes Angebot Rekordaufschläge. Die aktuelle Entwicklung stellt damit eine drastische Trendwende dar – von extremer Knappheit zu einem plötzlichen Angebotsüberhang.

Asiatische Raffinerien, die Rohöl in der Regel zwei Monate im Voraus kaufen, haben bereits Ladungen für Lieferungen bis August gebucht. Das bedeutet, dass die Nachfrageseite kurzfristig kaum zusätzliche Mengen aufnehmen kann, was den Preisdruck weiter verstärkt.

US-Rohölexporte nach Asien rückläufig

Besonders spürbar ist die Verschiebung bei den US-amerikanischen Rohölexporten nach Asien. Diese werden im dritten Quartal voraussichtlich zurückgehen, nachdem sie im Mai noch ein Rekordhoch von 2,634 Millionen Barrel pro Tag erreicht hatten – so zeigen es Schiffsverfolgungsdaten des Analyseunternehmens Kpler. Die Rückkehr des iranischen Öls auf den Weltmarkt verdrängt damit direkt amerikanische Lieferungen aus dem asiatischen Markt.

Auch europäische und westafrikanische Rohölsorten geraten unter Druck. Die Preisabschläge für diese Sorten haben sich in dieser Woche ebenfalls ausgeweitet, da das gestiegene Angebot aus dem Nahen Osten die globalen Rohölmärkte insgesamt belastet. Für deutsche und europäische Marktteilnehmer bedeutet dies, dass die Rohstoffkosten kurzfristig sinken könnten – ein potenziell entlastender Faktor für energieintensive Industrien.

Iran ÖlexporteRohölpreiseStraße Von HormusUs-Iran AbkommenÖlmarkt AngebotRohöl PreisabschlagNahostöl

Disclaimer