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Irans Rial stürzt auf Rekordtief nach Ende der Kämpfe

Nach dem Waffenstillstand mit den USA bricht die iranische Währung ein – angestaute Nachfrage nach Devisen treibt den Kursverfall.

Irans Rial stürzt auf Rekordtief nach Ende der Kämpfe

Irans Währung hat am Mittwoch ein historisches Rekordtief erreicht. Der Rial fiel auf 1.810.000 Einheiten gegenüber dem US-Dollar, wie die Iranian Student News Agency (ISNA) berichtete. Auslöser ist eine aufgestaute Nachfrage nach Devisen, die sich während der sechswöchigen Kämpfe mit den USA und Israel angesammelt hatte und nun auf den freien Markt drängt.

Laut ISNA hat der Rial innerhalb von nur zwei Tagen fast 15 Prozent an Wert verloren. Zuvor hatte die Währung wochenlang relative Stabilität gezeigt, da die Nachfrage nach Fremdwährungen durch die Kriegsbedingungen und die iranischen Neujahrsfeiertage gedämpft worden war. Verschiedene Tracking-Websites zeigten Kurse zwischen 1.760.000 und 1.810.000 Rial pro US-Dollar an.

Waffenstillstand und wirtschaftlicher Druck

Seit dem 8. April gilt ein Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran. Washington ist jedoch zu einer Politik des wirtschaftlichen Drucks zurückgekehrt und hat eine Blockade für den Schiffsverkehr von und zu iranischen Häfen im Persischen Golf verhängt. Diese Maßnahme erschwert es dem Iran erheblich, durch Exporte an Hartwährung zu gelangen.

Zusätzlich haben US-amerikanische und israelische Angriffe auf die iranische Infrastruktur die Wirtschaft des Landes schwer getroffen. Teheran war gezwungen, den Export von Stahl und petrochemischen Produkten einzustellen – beides wichtige Devisenbringer für das ohnehin stark sanktionierte Land. Der Wiederaufbaubedarf stellt eine weitere massive Belastung für die angeschlagene Volkswirtschaft dar.

Die iranische Zentralbank meldete zuletzt eine Jahresinflation von 65,8 Prozent für den iranischen Monat vom 20. März bis zum 20. April. Experten erwarten, dass sich dieser Trend weiter beschleunigt, da die Währung weiter schwächelt und die Kosten für den Wiederaufbau steigen.

Dramatischer Wertverlust im Jahr 2025

Im Jahr 2025 verlor der Rial gegenüber dem US-Dollar insgesamt rund 70 Prozent seines Wertes. Dieser dramatische Kursverfall löste landesweite regierungskritische Proteste aus. Besonders die Händler des Teheraner Basars machten als Erste auf die unvorhersehbaren Währungsschwankungen und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Geschäftsabwicklung aufmerksam.

Betroffen sind neben dem US-Dollar auch andere Hartwährungen: Sowohl der Euro als auch der VAE-Dirham verzeichneten einen plötzlichen Wertanstieg gegenüber dem Rial. ISNA erklärte jedoch, dass sich die Lage stabilisieren sollte, sobald Währungskontrakte zwischen iranischen Institutionen aktiviert werden und mehr Hartwährung auf den freien Markt gelangt.

Für deutsche Anleger und Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in der Region verdeutlicht die Situation die extremen Risiken, die mit dem Iran-Geschäft verbunden sind. Die Kombination aus internationalen Sanktionen, militärischen Konflikten und einer strukturell geschwächten Wirtschaft macht den Iran zu einem der volatilsten Währungsmärkte weltweit.

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