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Israel schnürt 537-Millionen-Dollar-Paket für Tech- und Exportsektor

Nach einer massiven Schekel-Aufwertung um 30 Prozent stellt das israelische Finanzministerium umfangreiche Hilfen für Technologieunternehmen bereit.

Israel schnürt 537-Millionen-Dollar-Paket für Tech- und Exportsektor

Das israelische Finanzministerium hat am Dienstag ein Unterstützungspaket im Umfang von 1,6 Milliarden Schekel – umgerechnet rund 537 Millionen US-Dollar – für den Technologie- und Exportsektor des Landes angekündigt. Auslöser ist eine außergewöhnlich starke Aufwertung der israelischen Währung, die exportorientierte Branchen erheblich unter Druck gesetzt hat. Das Paket soll betroffenen Unternehmen in einer schwierigen wirtschaftlichen Phase Entlastung verschaffen.

Der Schekel hatte sich zwischen April 2025 und Mai 2026 gegenüber dem US-Dollar um rund 30 Prozent aufgewertet und dabei ein 33-Jahres-Hoch von 2,80 Schekel je US-Dollar erreicht. Eine derart starke Landeswährung verteuert israelische Exporte auf dem Weltmarkt erheblich und schmälert die Einnahmen von Unternehmen, die in Dollar oder Euro abrechnen. Seitdem ist der Kurs auf etwa 3 Schekel je US-Dollar zurückgefallen.

Milliardenbetrag für Technologieunternehmen in der Wachstumsphase

Den größten Anteil des Pakets – 1 Milliarde Schekel – leitet das Ministerium in ein Schnellförderprogramm für Technologieunternehmen in der Früh- und Wachstumsphase. Die Finanzierung soll den finanziellen Spielraum dieser Unternehmen erweitern, ihr Wachstum unterstützen und den Erhalt sowie den Ausbau ihrer Geschäftstätigkeit in Israel fördern. Damit richtet sich die Maßnahme gezielt an junge und expandierende Firmen, die besonders sensibel auf Währungsschwankungen reagieren.

Zusätzliche Mittel aus dem Paket sind für eine Bewertung der langfristigen globalen Wettbewerbsfähigkeit des israelischen Technologiesektors vorgesehen. Dabei sollen auch potenzielle Strukturreformen im Vorfeld des Staatshaushalts 2027 geprüft werden. Die verbleibenden Gelder fließen in moderne Produktionsanlagen, Exportunterstützung, Berufsbildung sowie Steueranreize im Rahmen des Gesetzes zur Förderung von Kapitalinvestitionen.

Finanzminister fordert Zinssenkung der Notenbank

Finanzminister Bezalel Smotrich nutzte die Ankündigung auch für einen klaren Appell an die Geldpolitik: Die Bank of Israel solle auf den starken Schekel mit einer deutlichen Senkung der Zinssätze reagieren. Eine Zinssenkung würde die Attraktivität des Schekels für internationale Anleger verringern und so den Aufwertungsdruck auf die Währung mildern – ein klassisches geldpolitisches Instrument in solchen Situationen.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Technologiesektors für Israel ist enorm. Er macht rund 20 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes aus, steht für mehr als 50 Prozent der israelischen Exporte und sichert fast 15 Prozent aller Arbeitsplätze. Ein anhaltender Wettbewerbsnachteil durch eine überbewertete Währung hätte damit weitreichende Folgen für die gesamte israelische Volkswirtschaft.

Das Finanzministerium betonte jedoch auch, dass das Hilfspaket keine Dauerlösung darstelle. Es sei „kein Ersatz für die Anpassungen, die die neue wirtschaftliche Realität erfordert, allen voran eine gesteigerte Effizienz und kontinuierliche Innovation – Bereiche, in denen sich die israelische Industrie stets ausgezeichnet hat." Die Botschaft an die Unternehmen ist damit klar: staatliche Unterstützung ja, aber strukturelle Eigenverantwortung bleibt unerlässlich.

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