Italiens Arbeitslosenquote steigt im Juni überraschend auf 5,7 Prozent
Die Arbeitslosigkeit in Italien kletterte im Juni deutlich über die Konsensprognose von 5,1 Prozent – getrieben von mehr Jobsuchenden.

Die Arbeitslosenquote in Italien ist im Juni auf 5,7 Prozent gestiegen, nach 5,3 Prozent im Mai. Das geht aus Daten hervor, die das nationale Statistikamt ISTAT am Donnerstag veröffentlichte. Damit übertraf der Wert die Konsensprognose von 5,1 Prozent, die aus einer Umfrage unter zehn Analysten ermittelt worden war, deutlich.
Bemerkenswert ist dabei, dass der Anstieg nicht auf einen Rückgang der Beschäftigung zurückzuführen ist. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen blieb im Monatsverlauf stabil. Vielmehr drängten mehr Menschen aktiv auf den Arbeitsmarkt, um eine Beschäftigung zu suchen – was die Quote statistisch nach oben trieb. Zudem wurde der Mai-Wert nachträglich von ursprünglich gemeldeten 5,0 Prozent auf 5,3 Prozent nach oben revidiert.
Jugendarbeitslosigkeit springt auf 18,4 Prozent
Besonders auffällig entwickelte sich die Jugendarbeitslosigkeit, die Arbeitssuchende im Alter zwischen 15 und 24 Jahren erfasst. Sie kletterte im Juni auf 18,4 Prozent, nach 16,9 Prozent im Mai. Auch hier wurde der Vormonatswert deutlich nach oben korrigiert – von ursprünglich gemeldeten 15,1 Prozent auf 16,9 Prozent. Der Anstieg um fast 1,5 Prozentpunkte innerhalb eines Monats unterstreicht die anhaltend angespannte Lage für junge Arbeitnehmer in Italien.
Einen positiven Gegenakzent setzte die sogenannte Nichterwerbsquote, die Personen erfasst, die weder arbeiten noch aktiv eine Stelle suchen. Sie sank im Juni auf 33,2 Prozent, gegenüber 33,5 Prozent im Mai. Das entspricht einem Rückgang von 103.000 Nichterwerbspersonen im Vergleich zum Vormonat – ein Hinweis darauf, dass mehr Menschen wieder aktiv am Arbeitsmarkt teilnehmen.
Beschäftigung im Quartalsvergleich im Plus
Im Dreimonatszeitraum von April bis Juni legte die Beschäftigung im Vergleich zum Zeitraum Januar bis März um 0,5 Prozent zu. Das entspricht einem Zuwachs von 116.000 Erwerbstätigen. Auch im Jahresvergleich zeigt sich ein positives Bild: Gegenüber dem Juni des Vorjahres stieg die Zahl der Beschäftigten um 131.000 Personen, was ebenfalls einem Plus von 0,5 Prozent entspricht.
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Zur AktienanalyseItaliens Erwerbstätigenquote, die weiterhin zu den niedrigsten in der gesamten Eurozone zählt, hielt sich im Juni stabil bei 62,9 Prozent – unverändert gegenüber dem Vormonat Mai. Zum Vergleich: Deutschland und andere nordeuropäische Länder weisen Erwerbstätigenquoten von teils über 75 Prozent auf, was die strukturellen Herausforderungen des italienischen Arbeitsmarkts verdeutlicht.
Die aktuellen Daten zeichnen damit ein gemischtes Bild: Während die Gesamtbeschäftigung stabil bleibt und im Quartalsvergleich sogar zulegt, signalisiert der Anstieg der Arbeitslosenquote, dass das Arbeitskräfteangebot schneller wächst als die Nachfrage nach Arbeitskräften. Für die Europäische Zentralbank und Beobachter des Euroraums liefern die Zahlen aus der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone wichtige Hinweise auf die Verfassung des europäischen Arbeitsmarkts.


