IWF-Chefökonom: US-Dollar bleibt Anker der Weltwirtschaft
Trotz Trumps Zöllen und globaler Handelsverschiebungen dominiert der US-Dollar weiterhin den internationalen Handel und die Finanzmärkte.

Der US-Dollar bleibt das unangefochtene Zentrum der globalen Finanzwelt – trotz der jüngsten Verwerfungen durch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Das betonte Pierre-Olivier Gourinchas, Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), am Freitag in einer Stellungnahme vor Journalisten. Der Dollar verankere weiterhin den internationalen Handel, das globale Bankwesen sowie die Reserven der Zentralbanken weltweit.
Gourinchas äußerte sich damit direkt im Kontext der einseitigen Zölle, die die Trump-Administration gegen die meisten Länder eingeführt hat. Diese Maßnahmen hatten Spekulationen ausgelöst, ob sich die Welt langfristig von einer dollardominierten Ordnung entfernen könnte. Der IWF-Ökonom erteilte solchen Szenarien jedoch eine klare Absage.
„Wir sehen nur sehr, sehr wenige Bewegungen, die darauf hindeuten würden, dass wir uns von einer auf den Dollar ausgerichteten Welt wegbewegen. Wir befinden uns sehr fest in einer dollarzentrierten Welt", sagte Gourinchas. Er räumte zwar ein, dass sich dies theoretisch irgendwann ändern könnte, verwies jedoch darauf, dass die Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre lediglich „sehr geringfügige Veränderungen" gezeigt hätten.
Goldpreisanstieg durch ETFs und Stablecoin-Emittenten
Neben dem Dollar-Ausblick äußerte sich Gourinchas auch zu den zuletzt stark gestiegenen Goldpreisen. Er erklärte, dass der Anstieg hauptsächlich durch börsengehandelte Goldfonds (ETFs) getrieben werde. Diese Instrumente ermöglichen es Anlegern, in Gold zu investieren, ohne das physische Metall tatsächlich halten zu müssen. Zusätzlich halten auch Emittenten von Stablecoins Gold als Vermögenswert, was die Nachfrage und damit die Preise weiter in die Höhe treibe.
Ausdrücklich betonte Gourinchas, dass Zentralbanken Gold derzeit nicht aktiv kaufen würden – ein wichtiger Hinweis, der gängige Markterzählungen relativiert. Damit widerspricht er einer verbreiteten These, wonach Notenbanken weltweit gezielt ihre Goldreserven ausbauen, um sich vom Dollar zu lösen.
Am Freitag stieg der Spot-Goldpreis im frühen Nachmittagshandel um rund 1,4 Prozent auf 4.083 US-Dollar pro Unze. Hintergrund war eine Schwäche des US-Dollars sowie nachlassende Erwartungen an US-Zinserhöhungen, nachdem die US-Inflationsdaten vom Donnerstag darauf hindeuteten, dass der Preisdruck seinen Höhepunkt erreicht haben könnte. Trotz des Tagesgewinns steuerte Gold auf den vierten Wochenrückgang in Folge zu.
Dollar schwächt sich nach Inflationsdaten ab
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Zur AktienanalyseDer US-Dollar gab nach der Veröffentlichung des von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bevorzugten Inflationsmaßstabs am Donnerstag von seinen jüngsten Höchstständen nach. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da ein schwächerer Dollar den Euro stärkt und damit Auswirkungen auf exportorientierte DAX-Unternehmen haben kann.
Gourinchas selbst wird den IWF in der kommenden Woche verlassen, um in die Lehre zurückzukehren. Seine Aussagen zur Dollar-Dominanz dürften dennoch als klares Signal des Fonds in einer Zeit globaler Unsicherheit in Erinnerung bleiben – und zeigen, dass trotz geopolitischer Spannungen und Handelskonflikten die strukturelle Rolle des Dollars bislang unangetastet bleibt.


