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J&J verliert erneut Prozess wegen Babypuder

260 Millionen Dollar für Krebspatientin – Konzern geht in Berufung

J&J verliert erneut Prozess wegen Babypuder

Der US-amerikanische Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J) steht erneut im Mittelpunkt einer juristischen Auseinandersetzung. Eine Jury in Portland hat der Klägerin Kyung Lee und ihrem Ehemann insgesamt 260 Millionen Dollar zugesprochen. Dieser Betrag setzt sich aus 60 Millionen Dollar Schadensersatz und 200 Millionen Dollar Strafzahlung zusammen. Lee, bei der im vergangenen Jahr im Alter von 48 Jahren Mesotheliom diagnostiziert wurde, argumentierte, dass ihre Krebserkrankung durch eine jahrzehntelange Nutzung von Babypuder und Deodorants von J&J verursacht wurde. Der Konzern hat bereits angekündigt, gegen dieses Urteil Berufung einzulegen.

Während des Prozesses argumentierte ein Anwalt von J&J, dass Lees Krankheit wahrscheinlich durch Asbest verursacht wurde, der in einer Fabrik in der Nähe ihres Wohnortes verwendet wurde. Das Unternehmen verweist auf jahrzehntelange unabhängige wissenschaftliche Bewertungen, die bestätigt hätten, dass das Babypuder keinen Asbest enthalte und keinen Krebs verursache. Trotz dieser Verteidigungsstrategie konnte J&J die Jury nicht überzeugen, und das Urteil fiel zugunsten der Klägerin aus.

J&J sieht sich in den USA mit einer Flut von Klagen konfrontiert, die von mehr als 61.000 Klägern eingereicht wurden. Die meisten dieser Kläger sind Frauen, die an Eierstockkrebs leiden, nur eine kleine Anzahl sind Mesotheliom-Patienten. In einem Versuch, die Vielzahl der anhängigen Klagen beizulegen, strebt J&J eine Vergleichszahlung in Höhe von 6,48 Milliarden Dollar im Rahmen eines Insolvenzverfahrens an. Allerdings wurden zwei frühere Versuche des Unternehmens, diese Fälle im Rahmen eines Insolvenzverfahrens zu klären, von den Gerichten abgelehnt.

Die bisherigen Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit den Talkum-Produkten von J&J verliefen unterschiedlich. Zu den bedeutendsten Erfolgen für die Kläger zählt ein Urteil aus dem Jahr 2021, bei dem 22 Frauen mit Eierstockkrebs insgesamt 2,1 Milliarden Dollar zugesprochen wurden. Im April dieses Jahres gewann J&J einen Prozess im Zusammenhang mit Eierstockkrebs, wurde jedoch in einem weiteren Mesotheliom-Fall zur Zahlung von 45 Millionen Dollar verurteilt.

Diese Serie von Gerichtsverfahren und die damit verbundenen Urteile werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Kontroversen rund um die Sicherheit von Produkten, die Talkum enthalten. Trotz der wiederholten Zusicherungen von J&J, dass ihre Produkte sicher und asbestfrei seien, bleiben viele Verbraucher und Kläger skeptisch. Die kommenden Berufungsverfahren und weitere Gerichtsprozesse werden zeigen, wie sich die rechtliche Situation für den Konzern entwickeln wird.

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