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Janaf sichert MOL-Raffinerien alternative Ölversorgung

Kroatischer Betreiber verweist auf getestete Kapazitäten und Zusatzleistungen bei Transport und Lagerung

Janaf sichert MOL-Raffinerien alternative Ölversorgung

Der kroatische Pipeline-Betreiber Janaf hat erklärt, er könne die beiden Raffinerien des ungarischen Ölkonzerns MOL in Ungarn und der Slowakei vollständig mit Rohöl beliefern, sollte der Transport über die russische Druschba-Pipeline unterbrochen werden. Die Anlagen sind derzeit in großem Maße von russischen Lieferungen abhängig, die über die Pipeline eintreffen. Hintergrund ist, dass ukrainische Angriffe im August zu einer zeitweisen Aussetzung der Transporte geführt hatten und MOL daraufhin vor möglichen Kraftstoffengpässen in Mitteleuropa warnte.

MOL hat im Februar einen Vertrag mit Janaf über die Lieferung von 2,1 Millionen Tonnen Öl bis Ende 2025 abgeschlossen. Konzernangaben zufolge bestehen jedoch Zweifel, ob die Adriatische Pipeline ausreichende Mengen bereitstellen könne, falls die Druschba-Pipeline komplett ausfällt. Die Kapazität der beiden MOL-Hauptraffinerien liegt bei insgesamt 14,2 Millionen Tonnen pro Jahr, wobei der größte Teil des Rohöls bislang über Druschba geliefert wird.

Janaf-Chef Stjepan Adanić erklärte in einer Stellungnahme, die Leitung befinde sich in gutem technischen Zustand und könne eine stabile Versorgung gewährleisten. Auch eine Ausweitung der Liefermengen sei möglich, falls der Fluss über Druschba vollständig stoppe. Laut Adanić sei die Leistungsfähigkeit des Pipeline-Systems zuletzt im Juni in Zusammenarbeit mit MOL geprüft worden. Dabei habe sich gezeigt, dass jährlich 11,8 Millionen Tonnen transportiert werden könnten, eine Erhöhung auf 14 Millionen Tonnen sei durch den Einsatz von Polymeren möglich, die die Reibung in den Leitungen verringern.

Zudem betonte Adanić, Janaf könne die Transportmengen für MOL bei Bedarf sofort erhöhen. Gleichzeitig wächst der Druck der Europäischen Union auf den ungarischen Konzern, seine Lieferquellen stärker zu diversifizieren. MOL verweist jedoch darauf, dass sowohl Druschba als auch die Adriatische Pipeline für den Betrieb der Raffinerien unverzichtbar seien. Zudem seien die von Janaf erhobenen Transitgebühren ein Kostenfaktor, der die Nutzung der Route über die Adria verteuere.

Adanić entgegnete, dass in den Gebühren von Janaf nicht nur der Transport enthalten sei, sondern auch Leistungen wie Schifffahrt, Entladung, Umschlag sowie technologische Lagerung und Abfertigung in den Terminals. Diese Serviceleistungen würden Wettbewerber in dieser Form nicht anbieten. Nach seinen Worten gebe es im Öltransportgeschäft keine einheitlichen Vergleichspreise und auch keine zweite Pipeline weltweit, die direkt mit der kroatischen Infrastruktur vergleichbar sei.

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