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Japan investiert 550 Milliarden Dollar in US-Energieprojekte und Industrie

Erste Großprojekte in Ohio, Texas und Georgia im Rahmen des Trump-Handelsabkommens angekündigt

Japan investiert 550 Milliarden Dollar in US-Energieprojekte und Industrie

Die japanische Regierung hat die ersten konkreten Investitionsprojekte im Rahmen ihrer 550-Milliarden-Dollar-Zusage für die USA bekannt gegeben. US-Präsident Donald Trump kündigte über Truth Social drei Großprojekte in Ohio, Texas und Georgia an, die Teil eines Handelsabkommens sind, durch das die US-Zölle auf japanische Importe auf 15 Prozent gesenkt wurden.

Das größte Einzelprojekt ist ein Erdgaskraftwerk in Portsmouth, Ohio, mit einem Investitionsvolumen von 33 Milliarden Dollar. Die Anlage soll von SB Energy, einer Tochtergesellschaft des japanischen Technologieinvestors SoftBank Group, betrieben werden und eine Kapazität von 9,2 Gigawatt erreichen – die größte erdgasbetriebene Erzeugungsanlage der Geschichte. US-Handelsminister Howard Lutnick betonte, dass das Kraftwerk die Grundlaststromversorgung in einer Zeit schnell wachsender Nachfrage durch KI-Rechenzentren sichern werde.

In Texas plant Japan die Beteiligung an der Tiefwasser-Rohölexportanlage Texas GulfLink vor der Küste mit einem Volumen von 2,1 Milliarden Dollar. Laut Lutnick wird das Projekt jährlich 20 bis 30 Milliarden Dollar an US-Rohölexporten generieren und Amerikas Position als weltweit führender Energielieferant stärken. Sentinel Midstream, der Entwickler von Texas GulfLink, bestätigte die Teilnahme und bezeichnete es als Ehre, Partner des US-Handelsministeriums und der japanischen Regierung zu sein.

Strategische Unabhängigkeit von China

Das dritte Großprojekt in Georgia umfasst eine Fabrik für synthetische Industriediamanten im Wert von etwa 600 Millionen Dollar. Die Anlage soll 100 Prozent des US-Bedarfs an synthetischer Diamantkörnung decken – ein kritischer Rohstoff für moderne Fertigung und Halbleiterproduktion. Bislang sind die USA bei solchen Lieferungen weitgehend von China abhängig. Betrieben wird die Hochdruckanlage von Element Six, einer Einheit der De Beers Group, dem weltweit größten Diamantenproduzenten.

Die genaue Finanzierungsstruktur der Projekte blieb zunächst unklar. Laut einer früheren Vereinbarung sollen die Gewinne im Verhältnis 50:50 zwischen den USA und Japan geteilt werden, bis Japans ursprüngliche Investitionskosten amortisiert sind. Danach würden die Gewinne im Verhältnis 90:10 zugunsten der USA aufgeteilt.

Mehrere japanische Konzerne beteiligt

Nach Angaben der japanischen Regierung haben mehrere große japanische Unternehmen Interesse an den drei Projekten bekundet. Dazu gehören Noritake als Abnehmer für das Diamantenprojekt, Mitsui O.S.K. Lines und Nippon Steel als Zulieferer für das Rohölexportprojekt sowie Hitachi und Toshiba für das Energieprojekt.

Japans Wirtschafts- und Handelsminister Ryosei Akazawa erklärte in Tokio, dass Japan und die USA bei allen Projekten zusammenarbeiten würden, um Lieferketten in strategisch wichtigen Bereichen aufzubauen. Er kündigte an, dass Japan weiterhin an weiteren Investitionsabkommen arbeiten werde und die zugesagten Investitionen von bis zu 550 Milliarden Dollar vor dem Ende von Trumps aktueller Amtszeit umsetzen wolle.

Die Investitionen sollen aus Eigenkapital, Darlehen und Kreditgarantien der staatlichen japanischen Behörden Japan Bank for International Cooperation (JBIC) und Nippon Export and Investment Insurance (NEXI) finanziert werden. Trump betonte auf Truth Social, dass der Umfang dieser Projekte ohne Zölle nicht möglich gewesen wäre und bezeichnete sie als Erfolg seiner Handelspolitik.

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