Japans Erzeugerpreise steigen im Juli um 7,2 Prozent
Der japanische PPI schwächte sich leicht ab und verfehlte die Analystenerwartungen von 7,4 Prozent deutlich.

Die Erzeugerpreise in Japan sind im Juli im Jahresvergleich um 7,2 Prozent gestiegen. Damit schwächte sich das Wachstum gegenüber dem revidierten Juni-Wert von 7,3 Prozent leicht ab. Gleichzeitig verfehlte der Wert die Erwartungen der von Reuters befragten Ökonomen, die einen Anstieg von 7,4 Prozent prognostiziert hatten. Die offiziellen Daten wurden am Donnerstag veröffentlicht.
Der Erzeugerpreisindex (PPI) misst die Preisentwicklung auf der Herstellerebene und gilt als wichtiger Frühindikator für die allgemeine Inflationsentwicklung. Ein Anstieg des PPI deutet darauf hin, dass Unternehmen höhere Kosten tragen, die sie langfristig an die Verbraucher weitergeben könnten. Im Monatsvergleich legte der japanische PPI nur geringfügig zu.
Strompreise als wichtigster Treiber
Den größten Beitrag zum monatlichen Anstieg des PPI leisteten die Strompreise. Sie trugen im Juli 0,23 Prozentpunkte zum Anstieg gegenüber dem Vormonat Juni bei. Teilweise ausgeglichen wurde dieser Effekt durch sinkende Preise im Energie- und Chemiesektor.
Japan kämpft seit Längerem mit höheren Energiepreisen, die auch zu einer stärkeren Importinflation für Unternehmen geführt haben. Höhere Dollar-Zahlungen setzen den Yen dabei zusätzlich unter Druck – ein Teufelskreis, der die Importkosten weiter in die Höhe treibt.
Schwacher Yen belastet Importpreise massiv
Besonders deutlich zeigt sich die Yen-Schwäche beim Importpreisindex. Dieser kletterte im Juli auf Yen-Basis um 29,1 Prozent, nach einem Anstieg von 30,1 Prozent im Juni. Die Zahlen verdeutlichen, wie stark die anhaltende Währungsschwäche die Importkosten für japanische Unternehmen verteuert.
Der Yen hatte Ende Juli gegenüber dem US-Dollar Mehrjahrestiefs erreicht und sich der Marke von 164 gegenüber dem Greenback genähert. Eine koordinierte Intervention von Tokio und Washington stärkte die Währung zwar vorübergehend, doch hat der Yen bereits über 50 Prozent der durch die Intervention erzielten Gewinne wieder eingebüßt.
Verbraucherinflation bleibt trotzdem niedrig
Trotz des hohen Erzeugerpreisanstiegs blieb die Verbraucherinflation in Japan vergleichsweise moderat. Die Gesamtinflation lag im Juni bei 1,9 Prozent, die Kerninflation bei 1,6 Prozent. Analysten erklärten gegenüber CNBC, dass die niedrige Verbraucherinflation auf Subventionen der Takaichi-Regierung zurückzuführen sei, mit denen Verbraucher vor höheren Energiepreisen geschützt werden sollen.
Diese staatlichen Eingriffe dämpfen zwar kurzfristig den Preisdruck für Haushalte, lösen jedoch nicht die strukturellen Probleme, die durch den schwachen Yen und hohe Energiepreise entstehen. Für Unternehmen bleibt der Kostendruck damit weiterhin erheblich.
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Zur AktienanalyseBank of Japan warnt vor Aufwärtsrisiken
In der Zusammenfassung der Meinungen zur Juli-Sitzung warnten Ratsmitglieder der Bank of Japan vor Aufwärtsrisiken für die Preise aufgrund höherer Ölpreise. Einige Mitglieder forderten dabei schnellere Zinserhöhungen, um die Inflation einzudämmen. Die Diskussion innerhalb der Notenbank zeigt, dass der Inflationsdruck in Japan trotz der aktuell moderaten Verbraucherpreise ernst genommen wird.
Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in Japan von Bedeutung, da die japanische Geldpolitik und der Yen-Kurs globale Kapitalflüsse beeinflussen. Eine straffere Geldpolitik der Bank of Japan könnte Auswirkungen auf internationale Märkte haben, da Japan traditionell eine wichtige Rolle als Niedrigzinsland für globale Carry-Trades spielt.


