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Japans Notenbank pausiert Zinserhöhungen erneut

Weitere Schritte sind bereits geplant, doch die globalen Märkte reagieren nur verhalten

Japans Notenbank pausiert Zinserhöhungen erneut

Die Bank of Japan (BoJ) hat ihre Entscheidung getroffen, den kurzfristigen Leitzins weiterhin bei 0,25 Prozent zu belassen. Damit pausiert sie ihre jüngste Politik der Zinserhöhungen, obwohl weitere Schritte bereits in Aussicht gestellt sind. Kazuo Ueda, der Chef der Notenbank, betonte auf einer Pressekonferenz, dass man die Zinsen weiter anheben werde, sobald sich die Wirtschaft wie prognostiziert entwickelt. Beobachter erwarten eine nächste Erhöhung entweder im Dezember oder Anfang 2025.

Im Gegensatz zu vielen anderen Zentralbanken, die seit 2022 im Kampf gegen die Inflation ihre Zinsen angehoben haben, hat die BoJ erst im Frühjahr 2024 ihre langjährige Null- und Minuszinspolitik beendet. Die Zinserhöhung im Juli 2024 von 0,1 Prozent auf 0,25 Prozent führte zu erheblichen Turbulenzen auf den Märkten, die in einem Börsencrash gipfelten. Der Nikkei-225, ein wichtiger Index für japanische Aktien, verzeichnete dabei einen dramatischen Rückgang von rund 20 Prozent innerhalb von zwei Handelstagen. Grund dafür war unter anderem der rasante Anstieg des Yen, der die Gewinne der exportorientierten japanischen Unternehmen bedrohte. Dieser Kurswechsel verunsicherte nicht nur japanische Investoren, sondern hatte auch Auswirkungen auf die globalen Märkte.

Trotz des globalen Trends zur Zinssenkung bleibt die BoJ weiterhin auf einem Sonderweg. Während viele Zentralbanken, insbesondere die US-Notenbank, ihre Zinsen senken, plant Japan, die Zinsen weiter zu erhöhen. Dieser Ansatz wird in den kommenden Monaten voraussichtlich dazu führen, dass der Zinsunterschied zwischen Japan und dem Rest der Welt geringer wird, was den Yen schwächen und den Aktienmarkt weiter beeinflussen könnte. Die Reaktion der Märkte auf diese Entscheidung fiel verhalten aus. Weder der Devisenmarkt noch die Aktienmärkte reagierten deutlich auf die Zinspause. Der Nikkei-225 konnte sogar um 1,5 Prozent zulegen, da sich die Hoffnung auf eine stärkere US-Wirtschaft und bessere Geschäftsergebnisse der japanischen Exporteure verbreitete.

Die BoJ rechnet weiterhin mit einem positiven wirtschaftlichen Trend. Sie prognostiziert steigende Reallöhne sowie eine Zunahme der Konsumausgaben. Laut der BoJ soll ein "positiver Kreislauf" aus steigenden Löhnen und Preisen entstehen, bei dem eine moderate Inflationsrate von rund zwei Prozent erreicht wird. Während einige Ökonomen, wie Stefan Angrick von Moody’s Analytics, diese Prognose für zu optimistisch halten, gibt es auch Stimmen, die die Einschätzung der BoJ unterstützen. Die kommenden Zinsschritte der BoJ und deren Auswirkungen auf die globalen Märkte bleiben jedoch abzuwarten.

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