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JATCO streicht Elektroantrieb-Investition in Sunderland wegen schwacher EV-Nachfrage

Die Nissan-Tochter JATCO gibt geplante Investitionen von 48,7 Millionen Pfund in britische Elektroantriebsfertigung auf.

JATCO streicht Elektroantrieb-Investition in Sunderland wegen schwacher EV-Nachfrage

Die Nissan-Tochter JATCO hat ihre Pläne zur Fertigung von Elektroantriebssträngen am britischen Standort Sunderland aufgegeben. Dies berichtete Reuters unter Berufung auf die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei. Ausschlaggebend für den Rückzug ist die schwächer als erwartet ausgefallene Nachfrage nach Elektrofahrzeugen von Nissan in Europa.

Erst im Januar 2025 hatte JATCO angekündigt, 48,7 Millionen Pfund – umgerechnet rund 65,4 Millionen US-Dollar – in den Aufbau einer Elektroantriebsfertigung im Werk Sunderland zu investieren. Die geplante Anlage sollte jährlich bis zu 340.000 Einheiten integrierter E-Antriebssysteme produzieren. Bei diesen Systemen werden Motor, Wechselrichter und Getriebe in einer einzigen Einheit kombiniert – eine Schlüsseltechnologie für moderne Elektrofahrzeuge.

Das Projekt war ursprünglich Teil der übergeordneten Strategie von Nissan, die eigene Präsenz in der europäischen Elektrofahrzeugproduktion auszubauen und die künftige E-Auto-Fertigung an britischen Standorten zu stärken. Die nun erfolgte Stornierung markiert einen deutlichen Kurswechsel.

Nissan unter Druck: Restrukturierung und Absatzprobleme

Die Entscheidung fällt in eine schwierige Phase für den japanischen Automobilhersteller. Nissan sieht sich mit rückläufigen Absatzzahlen in wichtigen Märkten wie den USA und China konfrontiert, während der Wettbewerb auf dem globalen Elektrofahrzeugmarkt erheblich zugenommen hat. Der Konzern hat deshalb ein umfassendes Restrukturierungsprogramm eingeleitet, das auf Kostensenkungen und eine Verbesserung der Rentabilität abzielt.

Im Rahmen dieser Sanierungsbemühungen hatte Nissan bereits im vergangenen Jahr angekündigt, sein weltweites Produktionsnetzwerk drastisch zu verkleinern – von 17 auf künftig nur noch 10 Werke. Gleichzeitig sollen die Abläufe im gesamten Bereich der Antriebsstrangfertigung überprüft werden. Die Aufgabe der JATCO-Investition in Sunderland ist damit ein weiterer Baustein dieser globalen Neuausrichtung.

Trotz des Rückzugs bleibt Sunderland ein zentrales Fertigungszentrum für Nissan im Vereinigten Königreich. Das Unternehmen hat sich bereits zuvor verpflichtet, künftige Elektrofahrzeugmodelle an diesem Standort zu produzieren. Zudem besteht eine Partnerschaft mit dem Batteriehersteller AESC, um die E-Auto-Produktion in Großbritannien langfristig zu unterstützen.

Keine Stellungnahme von Nissan oder JATCO

Weder Nissan noch JATCO äußerten sich unmittelbar zu dem Bericht. Nissan war außerhalb der regulären Geschäftszeiten nicht erreichbar, eine Anfrage von Reuters über die Website von JATCO blieb zunächst unbeantwortet.

Der Schritt reiht sich in ein breiteres Muster ein: Weltweit überprüfen Automobilhersteller ihre Investitionspläne für Elektrofahrzeuge angesichts sich wandelnder Marktbedingungen und eines zunehmend wettbewerbsintensiven Branchenumfelds. Die Verlangsamung der EV-Nachfrage in Europa zwingt viele Hersteller, ihre ursprünglich ambitionierten Elektrifizierungsstrategien anzupassen und Prioritäten neu zu setzen.

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