Jeep Cherokee kehrt zurück und soll Stellantis in den USA retten
Nach drei Jahren Pause startet der neue Jeep Cherokee als klassischer Hybrid – das wichtigste US-Modell des angeschlagenen Autobauers 2026.

Stellantis setzt auf den neuen Jeep Cherokee als Schlüsselmodell für die Trendwende im US-Markt. Der kompakte SUV kehrt nach dreijähriger Pause zurück und trifft derzeit bei amerikanischen Händlern ein. Es ist zugleich das erste klassische Hybridmodell der Marke Jeep und das kraftstoffeffizienteste benzinbetriebene Fahrzeug, das Jeep je in den USA angeboten hat.
Der Automobilhersteller kämpft seit Jahren mit sinkenden Absatzzahlen. Im Jahr 2025 verkaufte Jeep lediglich 593.401 Fahrzeuge – ein Rückgang von 39 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2018, als noch mehr als 973.200 Einheiten abgesetzt wurden. Stellantis insgesamt verzeichnete 2025 den siebten US-Absatzrückgang in Folge, mit einem Minus von 3 Prozent.
Die Ursachen für den Niedergang sind vielfältig: eine gescheiterte Elektrofahrzeug-Offensive, erhebliche Kostensenkungen und Preiserhöhungen unter Ex-CEO Carlos Tavares sowie ein Strategiefehler beim Produktportfolio. Der Rückzug von den reinen Elektroplänen kostet Stellantis nach eigenen Angaben 26 Milliarden US-Dollar.
Ambitiöse Absatzziele für 2026
Die neue Unternehmensführung hat klare Ziele formuliert: Der US-Einzelhandelsabsatz soll 2026 um rund 25 Prozent auf 1,15 Millionen Fahrzeuge steigen. Händlervertreter Sean Hogan aus Los Angeles, der den nationalen Stellantis-Händlerrat leitet, hält dieses Ziel für erreichbar. Das Marktforschungsunternehmen AutoForecast Solutions erwartet, dass der Jeep-Absatz in diesem Jahr um rund 10 Prozent auf 650.000 Einheiten zulegen wird – angeführt vom Cherokee.
Jeep-CEO Bob Broderdorf leitet seit Februar eine Turnaround-Strategie, die deutliche Preissenkungen, reduzierte Modellkomplexität und eine Abkehr von rein elektrischen Konzepten umfasst. Das meistverkaufte Modell soll der Cherokee Laredo für 39.995 US-Dollar werden, der laut Stellantis-Prognosen 36 Prozent des Absatzes ausmachen wird. Der Preisrahmen liegt insgesamt zwischen rund 37.000 und 46.000 US-Dollar.
Technik und Positionierung im Wettbewerb
Technisch setzt der 2026er Cherokee auf einen 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder-Hybridantrieb mit 210 PS und 230 Foot-Pounds Drehmoment – ganz ohne Steckdose, ähnlich dem Prinzip des Toyota Prius. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 37 Meilen pro Gallone, was umgerechnet etwa 6,4 Litern auf 100 Kilometer entspricht. Serienmäßig an Bord sind Allradantrieb, große Infotainment-Bildschirme und 140 Sicherheitsfunktionen.
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Zur AktienanalyseDer Cherokee positioniert sich damit direkt gegen Toyota RAV4 und Honda CR-V – laut Jeep die erklärten Benchmark-Fahrzeuge für die Neuentwicklung. Beide Modelle dominieren das Kompakt-SUV-Segment in den USA. Für Stellantis ist es ein klares Signal: weg von teuren Elektroplänen, hin zu alltagstauglichen Hybridfahrzeugen mit breiter Käuferbasis.
Produktionsseitig bleibt vorerst eine Einschränkung bestehen: Der Cherokee wird ausschließlich im mexikanischen Werk Toluca gefertigt, das eine Kapazität von geschätzten 303.000 Fahrzeugen pro Jahr hat. Dort laufen auch Jeep Compass, Wagoneer S EV und künftig der Jeep Recon EV vom Band. Eine Erweiterung der Produktion in einem Werk im US-Bundesstaat Illinois ist für 2027 geplant – erst dann könnten Verkaufszahlen wie im Rekordjahr 2018 wieder realistisch werden.


