Jefferies: Diese europäischen Tech-Aktien überzeugen bis 2026
Jefferies identifiziert europäische Technologiewerte mit Outperformance-Potenzial – trotz hoher Bewertungen und geopolitischer Unsicherheiten.

Die US-Investmentbank Jefferies hat eine Auswahl europäischer Technologieaktien identifiziert, die für eine Outperformance im Jahr 2026 positioniert sein sollen. Hintergrund ist ein Marktumfeld mit hohen Bewertungskennzahlen und anhaltender geopolitischer Volatilität. Die Analysten bevorzugen dabei Titel, bei denen sie Potenzial für Schätzungsanhebungen und ein weiteres Bewertungs-Re-Rating sehen.
Besonders interessant ist die Differenzierung innerhalb des Halbleitersektors: Während sogenannte „Semicap"-Unternehmen – also Hersteller von Halbleiterfertigungsanlagen – nach einem erwarteten Höchststand Anfang 2026 ein zyklisches De-Rating erfahren dürften, treten Analog-Spezialisten mit Fokus auf Industrie und Künstliche Intelligenz in einen Aufwärtszyklus ein. Dieser Zyklus wird laut Jefferies durch Kapazitätsengpässe und steigende Preise getrieben.
STMicroelectronics und Infineon: Analog-Chips im Aufwind
STMicroelectronics (STM) zählt zu den wichtigsten Empfehlungen der Analysten. Das Unternehmen profitiert demnach von einer sich festigenden Industrienachfrage und gilt als direkter Nutznießer steigender Preise für Analog-Chips. Jefferies erwartet zudem eine positive Wende im Ausblick für das zweite Halbjahr 2026, gestützt durch starke Aufträge für optische Transceiver – eine Schlüsseltechnologie für die Vernetzung von KI-Rechenzentren.
Auch Infineon steht auf der Empfehlungsliste. Als weltweit führender Anbieter von Automobil-Halbleitern dürfte der Münchner Konzern von einem bevorstehenden Lagerauffüllzyklus sowie von Preiserhöhungen ab April 2026 profitieren. Besonders hervorzuheben ist das Segment AI Power, für das Jefferies bis 2030 ein jährliches Wachstum von über 25 Prozent prognostiziert – ein robuster langfristiger Wachstumstreiber jenseits der traditionellen Automobilnachfrage.
Nokia, Aixtron und SUSS MicroTec im Fokus
Nokia wird von Jefferies ebenfalls als attraktiver Wert eingestuft. Die Analysten erwarten ein Re-Rating der Aktie, da der finnische Konzern seine Position im KI- und Cloud-Sektor durch Angebote im Bereich Optical und IP Networking stärkt. Jefferies hebt dabei das Potenzial hervor, die mittelfristigen Wachstumserwartungen anzuheben – insbesondere da sich die Nachfrage von Hyperscalern nach IP-Switching intensiviert.
Aixtron, Marktführer bei Deponierungsanlagen für Verbindungshalbleiter, ist ebenfalls eine Top-Empfehlung. Das Herzogenrather Unternehmen soll voraussichtlich von seiner Präsenz im Bereich Optical Networking profitieren. Die Systeme von Aixtron sind laut Jefferies entscheidend für Anwendungen in der Leistungselektronik und der optischen Datenkommunikation – beides Bereiche, in denen die Nachfrage durch den Ausbau der KI-Infrastruktur steigt.
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Zur AktienanalyseSUSS MicroTec rundet die Auswahl ab. Das Unternehmen wird als attraktiver Akteur im Bereich KI-Infrastruktur eingestuft und wird derzeit laut Jefferies mit einem deutlichen Abschlag gegenüber seinen Wettbewerbern gehandelt. Da erwartet wird, dass die Auftragseingänge die Talsohle durchschreiten und für 2026 neue Produkteinführungen in den Bereichen Bonding und Cleaning geplant sind, sieht Jefferies die Aktie für eine Erholung bei Umsatz und Margen bis 2027 gerüstet.
KI-Infrastruktur als gemeinsamer Nenner
Was die Empfehlungen von Jefferies verbindet, ist die Exposition gegenüber dem strukturellen Wachstumsthema Künstliche Intelligenz. Ob optische Transceiver für KI-Rechenzentren, Leistungshalbleiter für KI-Systeme oder Netzwerkausrüstung für Hyperscaler – alle genannten Unternehmen profitieren auf unterschiedliche Weise vom anhaltenden Ausbau der globalen KI-Infrastruktur. Für deutsche Privatanleger bieten diese Titel damit eine Möglichkeit, an einem der wichtigsten Technologietrends der kommenden Jahre über europäische Werte zu partizipieren.


