Jefferies hebt L'Oréal-Kursziel auf 328 Euro – trotz Überbewertungswarnung
Jefferies erhöht das Kursziel für L'Oréal auf 328 Euro, warnt aber weiterhin vor Überbewertung. Die Aktie legt dennoch zu.

Die Aktie von L'Oréal legte am Mittwoch um mehr als 2% zu – und das trotz einer anhaltend skeptischen Einschätzung des US-Analysehauses Jefferies. Die Analysten beließen ihre Einstufung für den französischen Kosmetikkonzern bei „Underperform", hoben das Kursziel jedoch von 323 Euro auf 328 Euro an. Begründet wird die Anhebung mit höheren Gewinnen von rund 3%, die allerdings teilweise durch einen gestiegenen Abzinsungssatz – konkret die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen – ausgeglichen wurden.
Trotz der Kurszielhebung bleibt Jefferies kritisch: Die aktuelle Bewertung der L'Oréal-Aktie diskontiere eine Wachstumsrate, die von den zugrunde liegenden Daten nicht mehr gestützt werde. Das Analysehaus bringt es auf den Punkt: „L'Oréal kann eine der besten Wachstumsgeschichten im Basiskonsumgütersektor bleiben und dennoch überbewertet sein, wenn die tatsächliche flächenbereinigte Run-Rate bei etwa 4 bis 4,5% liegt und nicht bei den über 5%, die Anleger von einer Aktie mit einem KGV von 26 bis 29 verlangen."
Starke Marktdaten aus Nordamerika und Europa
Für das zweite Quartal erwartet Jefferies ein Wachstum von L'Oréal über dem Kategoriedurchschnitt. Das Analysehaus modellierte ein bereinigtes Like-for-like-Wachstum von 5,1%, verglichen mit einem gemeldeten Wert von 4,2% und einer Konsensschätzung von 4,8%. In den Nielsen-Scannerdaten der letzten 12 Monate habe L'Oréal in Nordamerika und Europa besser abgeschnitten als die Wettbewerber.
In Nordamerika stiegen die erfassten Umsätze von L'Oréal laut Nielsen-Daten um insgesamt 10%. Besonders stark wuchsen dabei einzelne Marken:
- L'Oréal Paris: +14,4%
- La Roche-Posay: +17,5%
- Redken: +32,8%
- Color Wow: +27,2%
In Europa trieben vor allem CeraVe (+19,1%) und Mixa (+27,4%) das Wachstum an. Mixa verzeichnete dabei laut Jefferies „Marktanteilsgewinne auf Kosten anderer Massenmarken wie Nivea".
Zwei Unternehmenstransaktionen stützen den Gewinn je Aktie
Jefferies hob zwei Transaktionen als gewinnsteigernd für das Ergebnis je Aktie hervor. Der Kering-Beauty-Deal, der am 31. März abgeschlossen wurde, soll voraussichtlich 350 Millionen Euro zum annualisierten Umsatz beitragen. Kurzfristig rechnet Jefferies jedoch mit einer Margenverwässerung sowie einer Verwässerung des Gewinns je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 von weniger als 1%.
Die zweite Transaktion betrifft die Aufstockung der Beteiligung an der Galderma Group AG auf nun 20%, die am 10. Februar abgeschlossen wurde. Diese Beteiligung wird künftig nach der Equity-Methode bilanziert. Laut Jefferies erhöht diese Umstellung den Gewinn je Aktie auf Ganzjahresbasis um etwa 3% – ein nicht unerheblicher positiver Effekt für die Gesamtrechnung.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAusblick auf China und angehobene Prognosen
Auch aus China kommen positive Signale: Regierungsdaten stützen laut Jefferies einen „stärkeren Wachstumsausblick" für die gesamte Beauty-Kategorie. Zudem gewinne L'Oréal im Online-Kanal im Vorfeld des Verkaufsevents am 18. Juni Marktanteile hinzu.
Vor diesem Hintergrund hob Jefferies seine Umsatzprognosen an: Für 2026 wird nun ein Umsatz von 46,69 Milliarden Euro erwartet, für 2027 sind es 49,14 Milliarden Euro. Die Schätzungen für den Gewinn je Aktie wurden ebenfalls nach oben korrigiert – auf 13,84 Euro für 2026 und 14,72 Euro für 2027. Trotz dieser positiven Revisionen bleibt die Kernbotschaft von Jefferies unverändert: Starkes Wachstum allein rechtfertige die aktuelle Bewertung nicht, solange die tatsächliche Wachstumsdynamik hinter den Markterwartungen zurückbleibe.


