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Jefferies stuft ASM International und VAT Group herab

Die US-Investmentbank Jefferies warnt vor begrenztem Aufwärtspotenzial bei europäischen Halbleiteraktien. Nach einer Neubewertung von durchschnittlich 75% im Jahr 2025 stufen die Analysten ASM International und VAT Group auf "Underperform" herab.

Jefferies stuft ASM International und VAT Group herab

Die europäischen Halbleiteraktien starten mit gedämpften Erwartungen ins neue Jahr. Die US-Investmentbank Jefferies hat ihre Einschätzung für den Sektor deutlich vorsichtiger formuliert und zwei prominente Chipausrüster herabgestuft. Nach einer massiven Neubewertung im Vorjahr sehen die Analysten kaum noch Spielraum für weitere Kursgewinne durch steigende Bewertungsmultiplikatoren.

Deutliche Neubewertung im Jahr 2025

Die Bewertungen europäischer Halbleiteraktien stiegen 2025 im Durchschnitt um beachtliche 75%, wobei der Großteil dieser Bewegung auf die letzten Monate des Jahres entfiel. Viele Titel notieren mittlerweile deutlich über ihren langfristigen Durchschnittsbewertungen und nähern sich früheren Höchstständen. "Wir erwarten, dass das weitere Kurspotenzial aus Neubewertungen begrenzt sein wird", schrieben die von Janardan Menon geführten Analysten in ihrer aktuellen Einschätzung.

ASM International und VAT Group herabgestuft

In ihrem Halbleiterausblick für 2026 stufte Jefferies die niederländische ASM International und die Schweizer VAT Group auf "Underperform" herab. Die Analysten begründen diesen Schritt mit zu optimistischen Markterwartungen an eine starke Umkehr der Gewinndynamik. Besonders problematisch sei die schwache Nachfrage außerhalb des KI-Rechenzentrums-Segments sowie strukturelle Gegenwinds für Zulieferer von Front-End-Halbleiterausrüstung.

Mehrere Belastungsfaktoren identifiziert

Jefferies verweist auf verschiedene Engpässe, die den Sektor belasten. Dazu zählen begrenzte Reinraumkapazitäten, ein prognostizierter Rückgang der China-Umsätze und stärker gestaffelte Investitionen in Wafer-Fabrikationsanlagen durch Großkunden im Zeitraum 2025 bis 2027. Die Nachfrage bei reifen Technologieknoten und NAND-Speicherchips bleibt schwach, während Nicht-KI-Endmärkte weiterhin hinterherhinken. Die Analysten sehen "Spielraum für zweistellige Kürzungen der Konsens-EPS-Schätzungen von ASM und VAT".

ASML mit relativer Stärke

Während Jefferies bei ASM und VAT für 2026 und 2027 deutlich vorsichtiger ist als der Konsens, zeigt sich das Institut bei ASML konstruktiver. Die niederländische Halbleiterausrüsterin wird mit "Halten" bewertet. Dies wird mit geringeren potenziellen Gewinnkürzungen und stärkeren Backend-Auftragstrends im Zusammenhang mit CoWoS- und HBM-Technologien begründet.

Selektiver Ansatz empfohlen

Für den Gesamtsektor schlagen die Analysten einen selektiven Ton an. Sie erwarten zwar eine Verbesserung der Auftragstrends bei Industrie- und Automobilchips, merken jedoch an, dass ein lagerbestandsgetriebener Aufwärtszyklus noch nicht begonnen habe. Das Team geht davon aus, dass Infineon, STMicroelectronics und Melexis die kurzfristigen Erwartungen erfüllen werden. Als bevorzugte Titel für 2026 hebt Jefferies Infineon, SUSS MicroTec und Nokia hervor.

Ausblick: Unruhiges Jahr erwartet

Insgesamt warnt Jefferies, dass erhöhte Erwartungen und uneinheitliche Fundamentaldaten auf ein "potenziell unruhiges Jahr" für europäische Halbleiteraktien hindeuten. Weitere Kursgewinne müssten aus Gewinnprognoseanhebungen resultieren, was die Analysten für unwahrscheinlich halten. Anleger sollten daher selektiv vorgehen und sich auf Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten konzentrieren.

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