Jefferies stuft Ford und GM hoch – Kursgewinne von bis zu 22% erwartet
Die US-Investmentbank Jefferies hebt beide Automobilriesen auf „Buy" und sieht erhebliches Aufwärtspotenzial bei den Aktien.

Die Investmentbank Jefferies hat ihre Einschätzung für zwei der größten amerikanischen Automobilhersteller deutlich verbessert. Sowohl General Motors als auch Ford Motor wurden von „Hold" auf „Buy" hochgestuft. Analyst Philippe Houchois sieht bei beiden Titeln erhebliches Kurspotenzial und begründet die Entscheidung mit starken Quartalsergebnissen und verbesserten Aussichten.
Für General Motors hob Jefferies das Kursziel von 90 auf 99 US-Dollar an. Das entspricht einem potenziellen Kursgewinn von knapp 20% gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Ausschlaggebend war der Bericht des Unternehmens zum zweiten Quartal, der sowohl bei Gewinn als auch beim Umsatz positiv überraschte und zudem eine Anhebung der Prognose für 2026 enthielt.
Garantiekosten und Preisgestaltung als Kurstreiber bei GM
Houchois hob in seiner Mitteilung an Kunden besonders die Fortschritte bei den Garantiekosten hervor. „GM erzielte bedeutende Fortschritte bei den Garantiekosten (500 Millionen US-Dollar im ersten Halbjahr), wobei im dritten Quartal weitere und im vierten Quartal in geringerem Maße erwartet werden", schrieb der Analyst. Finanzvorstand Paul Jacobson habe zudem angedeutet, dass das Erreichen des Niveaus der besten Wettbewerber langfristig Kosten in Höhe von 2 bis 4 Milliarden US-Dollar freisetzen könnte.
Auch bei der Preisgestaltung sieht Jefferies positive Signale. Die Jahrespreisgestaltung wurde auf plus 0,5% angehoben – das obere Ende der bisherigen Indikationen. Houchois merkte jedoch an, dass dies eine gewisse Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte impliziere, um niedrige Lagerbestände vor den Lkw-Einführungen zum Jahresende zu gewährleisten. Trotz Bedenken hinsichtlich des USMCA-Handelsabkommens und der Ölpreise habe die US-Politik die Gewinne von GM auf einen weniger riskanten Pfad geführt.
Die Stimmung der Wall Street gegenüber GM ist insgesamt optimistisch: Laut LSEG-Daten bewerten 22 von 31 Analysten die Aktie mit „Buy" oder „Strong Buy". Seit Jahresbeginn legte die GM-Aktie um 1,6% zu.
Ford: Zweites Quartal als Tiefpunkt – Erholung erwartet
Beim Blick auf Ford hob Jefferies das Kursziel von 14,50 auf 17,50 US-Dollar an, was einem Potenzial von fast 22% entspricht. Houchois sieht Ford auf dem besten Weg, wieder an Dynamik zu gewinnen. „Wir betrachten das zweite Quartal als Tiefpunkt beim Volumen, wobei sich die Produktion nach Novelis wieder nach oben normalisieren dürfte", schrieb der Analyst.
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Zur AktienanalyseHintergrund ist ein Produktionsausfall beim Aluminiumlieferanten Novelis. Zwei Brände hatten den Betrieb in einem Werk in New York unterbrochen, das die F-150-Lkw-Linie von Ford beliefert. Im vergangenen Monat nahm Novelis die Produktion dort wieder auf, was die Lieferkette für Ford stabilisieren dürfte.
Ford legt seinen Ergebnisbericht am Dienstag nach Börsenschluss vor. Houchois deutete an, dass das Management angesichts gesunder US-Marktbedingungen die Prognose zum zweiten Quartal anheben könnte. Die Ford-Aktie hat in diesem Jahr bereits 9,5% zugelegt.
Die Analystengemeinde steht Ford insgesamt neutraler gegenüber als GM. Von den 24 Analysten, die die Aktie laut LSEG-Daten beobachten, stufen 17 sie als „Hold" ein. Zwei weitere vergeben ein „Underperform"- oder „Sell"-Rating, während fünf eine „Buy"- oder „Strong Buy"-Empfehlung ausgesprochen haben. Die Hochstufung durch Jefferies könnte jedoch weiteren Rückenwind für die Aktie bedeuten.


