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Jefferies stuft Outokumpu auf Halten herab trotz Kursziel-Erhöhung

Das Analysehaus Jefferies hat die Bewertung für den finnischen Edelstahlhersteller Outokumpu von Kaufen auf Halten herabgestuft. Grund ist die fehlende kurzfristige Gewinndynamik trotz einer beeindruckenden Kursrallye von 62 Prozent im vergangenen Jahr.

Jefferies stuft Outokumpu auf Halten herab trotz Kursziel-Erhöhung

Das US-Analysehaus Jefferies hat am Freitag seine Einschätzung für die Aktien des finnischen Edelstahlkonzerns Outokumpu revidiert und das Rating von "Kaufen" auf "Halten" gesenkt. Die Entscheidung erfolgt trotz einer starken Performance der Aktie, die im vergangenen Jahr um etwa 62 Prozent zulegte und damit den europäischen Stahlsektor mit einem Plus von 37 Prozent deutlich übertraf.

Bewertung erreicht historische Höchststände

Die Analysten begründen ihre Herabstufung mit der erreichten Bewertung: Die Outokumpu-Aktie wird aktuell mit dem 6,2-fachen des erwarteten EV/EBITDA der nächsten zwölf Monate gehandelt. Dies liegt deutlich über dem historischen Zehnjahres-Durchschnitt von 5,3x. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte die Aktie bei rund 4,78 Euro.

Gewinnprognosen deutlich gesenkt

Jefferies hat seine Schätzungen für das bereinigte EBITDA über den gesamten Prognosezeitraum nach unten korrigiert. Für das vierte Quartal wurde die Prognose um zehn Prozent von 189 Millionen Euro auf 171 Millionen Euro reduziert. Die EBITDA-Schätzung für 2025 sank um neun Prozent, die für 2026 um sieben Prozent.

Schwaches Marktumfeld belastet Aussichten

Als Hauptgründe für die Prognosesenkung nennen die Analysten die anhaltend schwachen makroökonomischen Bedingungen in Europa, verhaltene Nachfrage in Nord- und Südamerika sowie die Auswirkungen der Einführung eines neuen Enterprise-Resource-Planning-Systems. Die Importdurchdringung bleibe hoch, während die Preise kurzfristig kaum Anzeichen einer Erholung zeigten.

Kursziel trotzdem erhöht

Paradoxerweise hob Jefferies das Kursziel von 4,50 Euro auf 5,00 Euro an. Dies spiegele jedoch lediglich einen höheren Bewertungsmultiplikator wider und nicht etwa verbesserte Gewinnerwartungen. Das neue Kursziel basiert auf einem 5,3-fachen EV/EBITDA-Multiplikator, angewendet auf eine EBITDA-Annahme im mittleren Zyklus von 450 Millionen Euro.

Erholung erst 2027 erwartet

Die Analysten gehen davon aus, dass die Gewinndynamik erst ab der zweiten Jahreshälfte 2026 bis ins Jahr 2027 hinein anziehen wird. Eine Erholung der Nachfrage nach rostfreiem Stahl werde wahrscheinlich später im Zyklus erfolgen als bei Kohlenstoffstahl. Für 2026 erwartet Jefferies keine zusätzlichen Kapitalrückführungen an die Aktionäre.

Fazit: Ausgewogenes Risiko-Ertrags-Profil

Jefferies beschreibt das aktuelle Risiko-Ertrags-Profil als ausgewogen und betont, dass klarere Beweise für eine nachhaltige Gewinnerholung erforderlich seien, um eine positivere Haltung zu rechtfertigen. Die Neubewertung der Aktie sei ohne entsprechende Anhebung der kurzfristigen Gewinnerwartungen erfolgt, was die Herabstufung nach der jüngsten Outperformance begründe.

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