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Jefferies warnt: Britische Staatsanleihen könnten auf 6 Prozent steigen

Politische Turbulenzen um Premier Starmer belasten Pfund und Gilts massiv.

Jefferies warnt: Britische Staatsanleihen könnten auf 6 Prozent steigen

Die politische Krise in Großbritannien verschärft sich und belastet zunehmend das Pfund Sterling sowie britische Staatsanleihen. Premierminister Keir Starmer steht trotz Rückendeckung hochrangiger Labour-Politiker unter wachsendem Druck. Die US-Investmentbank Jefferies rechnet mit einer möglichen Führungskrise spätestens rund um die Kommunalwahlen im Mai.

Investoren zeigen sich zunehmend nervös angesichts einer möglichen Machtverschiebung innerhalb der Labour-Partei. Eine neue Führung würde voraussichtlich vom linken Flügel der Partei gestellt. Selbst wenn Starmer im Amt bleibt, müsste er den linken Flügel mit deutlichen Zugeständnissen besänftigen.

Mohit Kumar, Chefvolkswirt bei Jefferies, warnt vor einer weiteren Verschlechterung der britischen Haushaltslage. Die Fiskalpolitik würde sich seiner Einschätzung nach stärker auf populistische Maßnahmen konzentrieren als auf nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Dies könnte die ohnehin angespannte Finanzlage des Vereinigten Königreichs zusätzlich belasten.

Drastische Prognose für Anleiherenditen

Besonders drastisch fallen die Warnungen von Jefferies für den britischen Anleihenmarkt aus. Die Analysten Modupe Adegbembo und Mohit Kumar prognostizieren bei einer erfolgreichen Herausforderung Starmers durch einen linksorientieren Kandidaten einen "schlagartigen Ausverkauf" am Gilt-Markt. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen könnten demnach um rund 20 Basispunkte auf knapp 4,75 Prozent steigen.

Noch dramatischer wäre die Entwicklung bei 30-jährigen Gilts. Deren Renditen könnten auf 5,75 Prozent klettern und damit den höchsten Stand seit 1998 erreichen. Die Jefferies-Experten schließen sogar Renditen von 6 Prozent oder höher nicht aus, halten dieses Extremszenario aber für unwahrscheinlich. Zum Vergleich: Im September 2024 erreichten die 30-jährigen Renditen bereits fast 5,75 Prozent.

Pfund und Aktien unter Druck

Jefferies erwartet bei einer linksorientierten Machtübernahme eine weitere deutliche Schwäche des britischen Pfunds, insbesondere gegenüber dem Euro. Die Bank sieht selbst bei einer generellen Dollar-Schwäche keine Erholung des Pfunds gegenüber dem US-Dollar und empfiehlt Verkäufe im Bereich von 1,38 bis 1,40 Dollar.

Britische Aktien mit starker Abhängigkeit vom Binnenmarkt dürften ebenfalls unter Druck geraten. Die Analysten behalten ihre negative Einschätzung für das britische Wirtschaftswachstum bei und erwarten mehr Zinssenkungen der Bank of England als vom Markt eingepreist. Zudem rechnet Jefferies mit einer weiteren Versteilerung der britischen Zinsstrukturkurve.

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