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Jensen Huang: KI stärkt Software – Veeva und Adobe profitieren

Nvidia-Chef Jensen Huang widerspricht dem Pessimismus der Wall Street und sieht Softwareunternehmen als klare KI-Gewinner.

Jensen Huang: KI stärkt Software – Veeva und Adobe profitieren

Die Wall Street blickt skeptisch auf Softwareunternehmen. Viele Anleger und Analysten befürchten, dass Künstliche Intelligenz die Branche grundlegend erschüttern und zahlreiche Produkte überflüssig machen könnte. Doch Jensen Huang, CEO von Nvidia und einer der einflussreichsten Vordenker der KI-Welt, sieht das anders.

Auf einer Technologiemesse erklärte Huang kürzlich, dass es ein hervorragender Zeitpunkt für Softwareunternehmen sei. KI werde ihre Produkte und Dienstleistungen eher verbessern als ersetzen. Sollte er recht behalten, könnten stark gefallene Softwareaktien vor einer deutlichen Erholung stehen – und damit attraktive Einstiegschancen bieten.

Zwei Unternehmen stechen dabei besonders hervor: Veeva Systems und Adobe. Beide sind SaaS-Marktführer (Software as a Service), beide haben zuletzt an der Börse gelitten, und beide integrieren KI aktiv in ihre Produkte.

Veeva Systems: Nischenführer mit riesigem Wachstumspotenzial

Veeva Systems bietet cloudbasierte Lösungen speziell für die Life-Sciences-Branche an. Pharma- und Medizintechnikunternehmen stehen vor besonderen Herausforderungen: strenge Regulierung, lange Produktentwicklungszyklen und hohe Anforderungen an Datenintegrität und Datenschutz. Veeva hilft diesen Unternehmen, sich in diesem komplexen Umfeld zurechtzufinden – und das mit maßgeschneiderten Lösungen, die kaum ein Wettbewerber so spezifisch anbietet.

Die Kundenbindung ist entsprechend stark. 15 der 20 größten Biopharma-Unternehmen weltweit zählen zu den Kunden von Veeva. Diese Abhängigkeit vom Tagesgeschäft schafft hohe Wechselkosten und damit einen stabilen Burggraben. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 30. April endete, stieg der Umsatz um 16 Prozent im Jahresvergleich auf 882,9 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte von 1,97 auf 2,24 US-Dollar.

Trotz solider Zahlen ist der Aktienkurs zuletzt unter Druck geraten – was Anleger als Einstiegsgelegenheit werten könnten. Das adressierbare Marktpotenzial beziffert Veeva selbst auf mehr als 20 Milliarden US-Dollar, während der Umsatz der vergangenen zwölf Monate lediglich 3,3 Milliarden US-Dollar betrug. Hinzu kommt die neu eingeführte Veeva AI, ein agentenbasiertes KI-System, das speziell auf die Anforderungen der Life-Sciences-Branche zugeschnitten ist und viele Aufgaben automatisieren soll.

Adobe: Rekordumsatz trotz KI-Skepsis der Anleger

Adobe ist ein weiterer SaaS-Marktführer, den Investoren im vergangenen Jahr abgestraft haben. Die Sorge: Generative KI-Tools könnten die Nachfrage nach Adobes Kreativsoftware untergraben. Doch die Zahlen erzählen eine andere Geschichte.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 29. Mai endete, erzielte Adobe einen Rekordumsatz von 6,62 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um fast 18 Prozent auf 5,96 US-Dollar. Das Unternehmen hob daraufhin seine Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie für das Gesamtjahr 2026 an.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung beim KI-basierten Geschäft. Laut Management stieg der KI-basierte ARR (Annualized Recurring Revenue) im Jahresvergleich um das Dreifache auf über 500 Millionen US-Dollar. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen lagen zum Quartalsende bei 22,27 Milliarden US-Dollar – ein leichter Anstieg gegenüber den 22,22 Milliarden US-Dollar des Vorquartals.

Diese Kennzahlen deuten darauf hin, dass Adobe nicht nur standhält, sondern aktiv von der KI-Welle profitiert. Die hohen Wechselkosten für bestehende Kunden und die schrittweise Integration von KI-Tools in das Produktportfolio stärken die langfristige Wettbewerbsposition des Unternehmens.

Für deutsche Privatanleger, die nach substanziellen Technologiewerten mit KI-Exposure suchen, bieten sowohl Veeva Systems als auch Adobe interessante Ansatzpunkte – insbesondere dann, wenn man Kursrücksetzer als Einstiegsgelegenheit nutzt und einen längeren Anlagehorizont mitbringt.

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