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Jervois zieht sich von der Börse zurück

Umstrukturierung nach Preisverfall bei Kobalt und anhaltendem Konkurrenzdruck aus China

Jervois zieht sich von der Börse zurück

Jervois Global Ltd, ein junges Unternehmen im Bereich der Kobaltproduktion, sieht sich gezwungen, sich von der Börse zurückzuziehen und eine Umstrukturierung einzuleiten. Der Grund für diesen Schritt ist ein drastischer Preisverfall des Metalls, das als Schlüsselbestandteil für Batterien in Elektrofahrzeugen dient. Seit April 2022 ist der Kobaltpreis um 72 % eingebrochen, während auch die Preise für Nickel, ein weiteres Produkt des Unternehmens, in den letzten zwei Jahren um mehr als die Hälfte gefallen sind. Diese Entwicklungen verdeutlichen ein Überangebot auf dem Markt, das durch dominante chinesische Produzenten verstärkt wird. Parallel dazu blieben die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen hinter den optimistischen Prognosen zurück.

Die Restrukturierung erfolgt im Rahmen eines Abkommens mit dem US-Fondsmanager Millstreet Capital Management, einem Hauptgläubiger des Unternehmens. Millstreet wird zusätzliche 145 Millionen Dollar in Jervois investieren, während die Vermögenswerte des Unternehmens an eine Tochtergesellschaft von Millstreet übertragen werden. Diese Maßnahme führt jedoch dazu, dass Aktionäre, darunter Australiens größter Pensionsfonds AustralianSuper und der Rohstoffhändler Mercuria, erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Der Anteil von AustralianSuper an Jervois wuchs zwischen Juni 2022 und Juni 2024 auf rund 400 Millionen Aktien an, während der Wert dieses Investments im gleichen Zeitraum von 170 Millionen australischen Dollar auf nur noch 6 Millionen fiel.

Trotz dieser Schwierigkeiten plant Jervois, den Betrieb während des Umstrukturierungsprozesses fortzusetzen, der voraussichtlich bis Ende April abgeschlossen sein wird. Dazu gehören die Aktivitäten in einer Kobaltraffinerie in Finnland sowie einer Nickelraffinerie in Brasilien. Das geplante US-Kobaltbergwerk des Unternehmens bleibt jedoch stillgelegt, solange die Preise für das Metall nicht auf mindestens 20 US-Dollar pro Pfund steigen, was etwa dem Doppelten des derzeitigen Marktpreises entspricht.

Das Unternehmen hatte zuvor 15 Millionen Dollar vom US-Verteidigungsministerium erhalten, das sämtliche Bohrarbeiten an der Kobaltmine in Idaho finanzierte. Ein hochrangiger Unternehmensvertreter äußerte kürzlich, dass die zukünftige US-Regierung unter Präsident-elect Donald Trump strategische Zölle gezielt einsetzen solle, um amerikanische Bergbauunternehmen im Wettbewerb mit chinesischen Konkurrenten zu unterstützen.

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