Jobwechsel in Krise: Wechselwilligkeit sinkt
Risikoscheue Mitarbeiter und hohe Anforderungen machen Personalsuche herausfordernder

Eine Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) zeigt, dass die Bereitschaft von Arbeitnehmern zum Wechsel in ein anderes Unternehmen deutlich gesunken ist. Jeder zweite Personaler klagt demnach darüber, dass die Wechselwilligkeit der Kandidaten merklich zurückgegangen sei. Immer mehr Mitarbeitende seien risikoscheu und verschöben einen Arbeitgeberwechsel auf vermeintlich sicherere Zeiten. Hinzu komme, dass der Arbeitsmarkt es zulasse, dass veränderungswillige Bewerbende auf die perfekte Stelle warten.
Die Personalsuche bleibe trotz aller krisenhaften Rahmenbedingungen aufwändig und herausfordernd. Unternehmen müssten Kandidaten in hohem Maße motivieren und überzeugen, damit ein Stellenwechsel als vorteilhaft empfunden werde. Laut dem BDU gibt allerdings nur jeder zehnte Headhunter an, dass bei einem Großteil der Kunden die Recruiting-Aktivitäten komplett gestoppt wurden.
Eine Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey & Company in den USA zeigt, dass die Generation Z, um die Jahrtausendwende Geborene, im Durchschnitt bereits vier verschiedene Arbeitsplätze kennengelernt hat. Im Vergleich dazu wechselt die Generation der Babyboomer nur im Notfall den Arbeitsplatz und kommt im Schnitt gerade einmal auf zwei unterschiedliche Arbeitsplätze in den letzten zehn Jahren. Mit dem allmählichen Wechsel der Babyboomer in den Ruhestand könnte daher auch die durchschnittliche Arbeitsplatztreue der Arbeitnehmer deutlich sinken. Laut der Schweizer Versicherungsgruppe Zurich Insurance dürfte die Generation Z bereits im Jahr 2027 rund 27 Prozent der weltweit verfügbaren Arbeitskräfte stellen.
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Zur AktienanalyseIn Deutschland lag die Arbeitslosenquote im Februar 2023 bei 5,7 Prozent. Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation beständig, erklärte die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. Das ifo-Institut weist allerdings darauf hin, dass die Zahl der Menschen in Kurzarbeit im Februar um 9 Prozent auf 220.000 gestiegen war. Das ist die höchste Zahl seit Juni vergangenen Jahres.


