John Deere setzt auf Qualifikationsauszeit
Ungewöhnliches Programm soll Stellenabbau verhindern und Fachkräfte langfristig binden

Der Landmaschinenhersteller John Deere sieht sich angesichts der aktuellen Marktschwäche mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Der weltweite Absatz von Landmaschinen ist rückläufig, und viele Unternehmen in der Branche reagieren mit Stellenstreichungen. Auch das John-Deere-Werk im rheinland-pfälzischen Zweibrücken steht vor der Frage, wie es mit den Arbeitsplätzen der Beschäftigten weitergeht. Personalchef Frank Schättle betont, dass das Unternehmen bewusst einen anderen Weg gewählt habe, um einen Stellenabbau zu vermeiden.
Statt Kündigungen setzt das Unternehmen auf ein Programm mit dem Namen Z3, das verschiedene Maßnahmen umfasst, um die Beschäftigung zu sichern und gleichzeitig Lohnkosten zu reduzieren. Ein zentraler Bestandteil dieses Programms ist die sogenannte Qualifikationsauszeit. Mitarbeitenden wird die Möglichkeit geboten, für einen Zeitraum von bis zu 48 Monaten das Unternehmen zu verlassen, um sich weiterzubilden. Nach dieser Zeit erhalten sie eine Rückkehrgarantie und können wieder an ihren Arbeitsplatz im Werk zurückkehren. Diese Regelung sei eine bewusste Entscheidung gewesen, erklärt Schättle. Man wolle die gut ausgebildeten Fachkräfte langfristig binden, um beim nächsten Aufschwung des Marktes auf ihre Expertise zurückgreifen zu können.
Neben der Qualifikationsauszeit sieht das Programm Z3 auch vor, tarifliche Zahlungen in freie Tage umzuwandeln und die Arbeitszeit der Produktionsmitarbeitenden zu senken. Diese Schritte sollen kurzfristig die Lohnkosten senken, ohne dass Arbeitsplätze verloren gehen. Laut Schättle ist es für das Unternehmen von hoher Bedeutung, auf den künftigen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften vorbereitet zu sein. Würden in der Krise Stellen abgebaut, bestehe die Gefahr, dass die Fachkräfte nicht mehr zurückkehren und ihr Know-how dauerhaft verloren gehe.
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Zur AktienanalyseEin gewisses Risiko, Arbeitskräfte zu verlieren, räumt Schättle dennoch ein. Die Teilnehmenden der Qualifikationsauszeit hätten zwar die Garantie, ins Unternehmen zurückzukehren, seien jedoch nicht dazu verpflichtet. Einige Mitarbeitende nutzten die Zeit auch für persönliche Projekte oder die Erprobung einer Selbstständigkeit. Dennoch überwiege für das Unternehmen die Chance, die Mehrheit der Fachkräfte zu halten und gleichzeitig die Zeit der konjunkturellen Schwäche zu überbrücken. Die Maßnahmen von John Deere stellen in der Branche einen ungewöhnlichen Weg dar, um mit den aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten umzugehen.


