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JPMorgan hebt S&P 500-Ziel auf 7.600 Punkte an

KI-Euphorie rund um Anthropic und starke Gewinnerwartungen treiben JPMorgans neue Marktprognose für 2026.

JPMorgan hebt S&P 500-Ziel auf 7.600 Punkte an

JPMorgan hat sein Kursziel für den S&P 500 für Ende 2026 von 7.200 auf 7.600 Punkte angehoben. Das entspricht einem potenziellen Aufwärtspotenzial von rund 7 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Die Entscheidung revidiert die vorherige Herabstufung der US-Großbank, die sie infolge des Ölschocks durch den Iran-Krieg vorgenommen hatte.

Als Haupttreiber der neuen Prognose nennen die JPMorgan-Analysten die wiederauflebende KI-Dynamik sowie optimistische Erwartungen für die Unternehmensgewinne im ersten Quartal. „Die Märkte sind in der vergangenen Woche auf neue Höchststände ausgebrochen, angeführt von einer geopolitischen Deeskalation und einer starken Dynamik beim KI-Thema, wobei die Mag-7 und KI-Upstream-Werte im Gleichklang eine Outperformance erzielten", schrieben die Analysten. Der S&P 500 hatte zuvor die Verluste aus dem Iran-Krieg vollständig aufgeholt und neue Rekordhochs erreicht. Auch der technologielastige Nasdaq kletterte auf Rekordniveaus, angetrieben von kräftigen Gewinnen bei den sogenannten „Magnificent Seven".

KI-Hype kehrt an die Wall Street zurück

Als entscheidenden Katalysator für die neue KI-Euphorie identifiziert JPMorgan das neue Modell des KI-Unternehmens Anthropic. „Abgesehen von der geopolitischen Deeskalation glauben wir, dass die ‚Anthropic Mythos'-Schlagzeile der entscheidende Katalysator war, wobei 66% der KI-Werte im S&P 500 seit dem 7. April eine Outperformance zeigten – ein Beleg für die sich schnell verbessernden Modelle und KI-Dienste", hieß es in der Mitteilung der Bank.

Die Bewertung von Anthropic ist inzwischen auf 800 Milliarden US-Dollar gestiegen. Amazon kündigte in dieser Woche eine Investition in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen an und ergänzte damit bereits bestehende Milliarden-Investitionen in den Hersteller des Claude-KI-Chatbots. JPMorgan ergänzte, dass sich die Umsatz-Run-Rate des KI-Startups seit Jahresbeginn verdreifacht habe. Zudem werde OpenAI voraussichtlich mit einer verbesserten Performance durch eine bald erwartete Veröffentlichung eines aktualisierten Modells nachziehen.

Die Analysten gingen auch auf frühere KI-Ängste ein, die Anfang des Jahres einen Ausverkauf bei Tech-Aktien ausgelöst hatten. „Selbst das Risiko einer KI-bedingten Verdrängung von Arbeitsplätzen in einigen der sensibelsten Bereiche (z. B. Software-Engineering) ist vorerst vom Tisch, da die Einstellungen wieder aufgenommen werden", erklärten sie.

Weiteres Aufwärtspotenzial bei den Gewinnen erwartet

Neben der KI-Dynamik rechnet JPMorgan mit einer positiven Berichtssaison für das erste Quartal. „Mit Blick auf die Zukunft erwarten wir eine günstigere Berichtssaison für das erste Quartal als im Vorquartal, als die Anleger KI-müde waren und höhere Investitionsausgaben sowie F&E-Ausgaben fürchteten", schrieben die Analysten. Sie sind zudem der Ansicht, dass die Konsensschätzungen für die S&P 500-Gewinne Raum für weiteres Aufwärtspotenzial bieten, da die jüngsten positiven Revisionen bislang nur von wenigen Aktien getragen wurden.

Geopolitische Risiken bleiben bestehen

Trotz des insgesamt optimistischen Ausblicks warnt JPMorgan vor fortbestehenden geopolitischen Risiken. Ein dauerhaftes Friedensabkommen zwischen den USA, Israel und dem Iran steht noch aus. Der Markt hat zwar die Deeskalation aufgrund eines vorübergehenden Waffenstillstands eingepreist, doch dieser sollte am Mittwochabend auslaufen.

„Angesichts der starken Rallye von den jüngsten Tiefstständen (10-Tage-RSI > 95. Perzentil) und eines geopolitischen Hintergrunds, der zwar deutlich deeskaliert ist, aber im Fluss bleibt, besteht ein erhebliches Risiko, dass der Markt in eine kurzfristige Konsolidierungsphase eintritt, bevor er seinen Aufwärtstrend fortsetzt", führten die Analysten aus. Sie ergänzten, dass eine vollständige Lösung des Konflikts im Nahen Osten wahrscheinlich Zeit in Anspruch nehmen werde, Ölpreise um 90 US-Dollar jedoch signalisierten, dass der Markt keine weitere Eskalation erwarte. Für deutsche Anleger mit Positionen in US-Technologiewerten oder S&P 500-ETFs bleibt die Entwicklung damit ein wichtiger Faktor für die Portfolioplanung im laufenden Jahr.

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