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JPMorgan: KI-ETFs boomen trotz schwierigem zweiten Quartal

Laut JPMorgan Asset Management gehören KI-fokussierte ETFs zu den fünf wichtigsten Themen nach verwaltetem Vermögen – trotz erheblicher Volatilität.

JPMorgan: KI-ETFs boomen trotz schwierigem zweiten Quartal

Die Wall Street setzt massiv auf börsengehandelte Fonds (ETFs) mit Fokus auf künstliche Intelligenz. Das zeigt der aktuelle „Guide to ETFs" von J. P. Morgan Asset Management, der in diesem Monat veröffentlicht wurde. Demnach zählen KI-thematisierte ETFs gemessen am verwalteten Vermögen bereits zu den fünf wichtigsten Themen am ETF-Markt – obwohl Volatilität dem Sektor im zweiten Quartal erheblich zusetzte.

„Viele [Themen] wandeln sich in Richtung KI und des sie umgebenden Ökosystems", sagte Jon Maier, Chef-ETF-Stratege bei JPMorgan Asset Management, gegenüber „ETF Edge" von CNBC. Maier leitete das Analyse-Team, das den Bericht erstellte, und betonte dabei die breite Aufstellung des Themas: KI sei längst kein einzelner Sektor mehr, sondern ein übergreifendes Investmentthema.

KI als Querschnittsthema für Infrastruktur und Energie

Besonders hervor hob Maier die enge Verbindung zwischen KI-ETFs und dem Infrastrukturbereich. „Es zahlt alles gewissermaßen auf die KI-Story ein … die Anwendungen, die Energie [und] die KI-Modelle", erklärte er. Damit verdeutlicht er, dass Anleger, die in KI-ETFs investieren, oft gleichzeitig ein breites Engagement in verwandten Sektoren wie Energieversorgung und digitale Infrastruktur erhalten.

Für deutsche Privatanleger ist das eine relevante Einordnung: KI-thematisierte ETFs sind häufig breiter diversifiziert als auf den ersten Blick ersichtlich. Sie bündeln Unternehmen aus der Halbleiterindustrie, dem Cloud-Computing, der Energieversorgung für Rechenzentren sowie der Softwareentwicklung – und bilden damit das gesamte KI-Ökosystem ab.

Klassische Investmentfonds verlieren Kapital an ETFs

Ein weiterer zentraler Befund des JPMorgan-Berichts betrifft die strukturelle Verschiebung am Fondsmarkt: Klassische Investmentfonds verzeichnen insgesamt deutlich nachlassende Mittelzuflüsse, während ETFs kontinuierlich Kapital anziehen. „Das wird sich nur noch fortsetzen", sagte Maier und verwies darauf, dass die Daten des Berichts für die vergangenen Jahre insgesamt negative Mittelzuflüsse bei Investmentfonds auswiesen.

Als einen der Hauptgründe für die wachsende Beliebtheit von ETFs nennt Maier steuerliche Vorteile – insbesondere für Privatanleger. „Sie zahlen in der Regel keine [Steuer auf] Veräußerungsgewinne", erklärte er mit Blick auf ETFs. Bei klassischen Investmentfonds sei das anders.

Maier verdeutlichte das Problem anhand eines konkreten Beispiels: „Stellen Sie sich vor, Sie hätten 2022 einen Investmentfonds gekauft und lägen mit 20%, 30%, 40% im Minus, je nachdem, in welchem Marktsegment Sie gekauft haben, und erhielten dennoch eine Ausschüttung von Veräußerungsgewinnen in Höhe von 6%. Da wären Sie nicht glücklich." Dieses Szenario, das in den USA tatsächlich eintreten kann, macht deutlich, warum immer mehr Anleger die steuerliche Struktur von ETFs bevorzugen.

Für deutsche Anleger gelten zwar andere steuerliche Rahmenbedingungen als in den USA, doch auch hierzulande punkten ETFs mit ihrer Kosteneffizienz, Transparenz und einfachen Handelbarkeit an der Börse. Der Trend weg von aktiv verwalteten Fonds hin zu passiven ETF-Strukturen ist auch in Deutschland seit Jahren klar erkennbar und dürfte sich laut JPMorgan weiter beschleunigen.

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