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JPMorgan und Bank of America prüfen Deal zur Umgehung von Debitkarten-Gebührenobergrenzen

Große US-Banken sondieren den Kauf eines Fiserv-Netzwerks, um staatliche Deckelungen bei Debitkarten-Gebühren zu umgehen.

JPMorgan und Bank of America prüfen Deal zur Umgehung von Debitkarten-Gebührenobergrenzen

JPMorgan Chase, Bank of America, Wells Fargo und die PNC Financial Services Group haben in den vergangenen Monaten vorläufige Gespräche über den Erwerb eines Zahlungsnetzwerks des Finanztechnologie-Unternehmens Fiserv geführt. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ziel des möglichen Deals wäre es, eine bundesgesetzliche Regelung zu umgehen, die die Gebühren bei Debitkarten-Transaktionen deckelt.

Bei den Gesprächen handelt es sich bislang um unverbindliche Sondierungen ohne Gewissheit eines Abschlusses. Mehrere der beteiligten Banken haben laut Insidern bereits entschieden, dass ein Fortfahren für sie unwahrscheinlich ist. Dennoch verdeutlicht das Interesse der größten US-Banken, wie attraktiv der Besitz eines eigenen Zahlungsnetzwerks aus regulatorischer Sicht sein kann.

Warum ein eigenes Netzwerk so wertvoll ist

Der Hintergrund liegt im Beispiel von Capital One Financial: Das Unternehmen übernahm Discover Financial in einem Deal im Wert von 50,6 Milliarden US-Dollar. Damit sicherte sich Capital One ein eigenes Kartennetzwerk, das den Zwischenhändler bei Kartentransaktionen überflüssig macht und eine direktere Abwicklung mit Händlern ermöglicht. Entscheidend dabei: Der Besitz eines solchen Netzwerks kann eine Befreiung von dem Bundesgesetz bedeuten, das die Debitkarten-Gebühren begrenzt.

Genau diese Befreiung ist es, die die Großbanken anstreben. Die staatlich festgelegte Obergrenze für Debitkarten-Gebühren belastet die Branche seit Jahren. Branchenweit summieren sich diese Gebühren auf jährlich Milliarden von US-Dollar – doch die Banken beklagen, dass die gesetzliche Deckelung ihre Möglichkeiten einschränkt, Kunden attraktive Bonusprogramme für Debitkarten und andere Dienstleistungen anzubieten.

Politische Gegenreaktionen als Hemmnis

Trotz des offensichtlichen wirtschaftlichen Interesses zögern die Banken. Sie fürchten politische Gegenreaktionen, sollten sie einen solchen Versuch offen unternehmen. Das Thema Bankgebühren ist in den USA politisch hoch sensibel, und ein gezielter Schritt zur Umgehung von Verbraucherschutzregeln könnte öffentliche Kritik und regulatorische Reaktionen nach sich ziehen.

Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Finanzsektors ist dieser Vorgang aufschlussreich: Er zeigt, wie stark US-Großbanken unter dem Druck staatlicher Gebührenregulierung stehen und wie aktiv sie nach strukturellen Lösungen suchen, um ihre Einnahmen zu sichern. Das Rennen um eigene Zahlungsnetzwerke könnte die Wettbewerbslandschaft im amerikanischen Zahlungsverkehr nachhaltig verändern – mit möglichen Auswirkungen auf Aktionäre der betroffenen Institute wie JPMorgan, Bank of America, Wells Fargo und PNC Financial.

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