Jupiter Asset Management verkauft alle US-Staatsanleihen zugunsten Europas
Der britische Vermögensverwalter setzt im Strategic Bond Fund vollständig auf europäische Staatspapiere und Schwellenländer.

Jupiter Asset Management hat in seinem 1,3 Milliarden Pfund (rund 1,7 Milliarden US-Dollar) schweren Strategic Bond Fund die Bestände an US-Staatsanleihen vollständig auf null reduziert. Der britische Vermögensverwalter vollzieht damit eine klare strategische Neuausrichtung weg vom amerikanischen Anleihemarkt hin zu europäischen Staatspapieren und Schwellenländeranleihen.
Harry Richards, Co-Manager des Strategic Bond Fund, erklärte, er habe sich bereits vor zwei Monaten vollständig von US-Staatsanleihen getrennt. Auch in den vier weiteren Fonds, die er mitverwaltet, hält er nur noch ein geringfügiges Engagement in amerikanischen Staatstiteln. Die Entscheidung ist damit keine kurzfristige Reaktion, sondern das Ergebnis einer längerfristigen Neubewertung der Marktlage.
Als zentrales Argument nennt Richards Anzeichen einer „Überhitzung" der US-Wirtschaft. Diese deuten seiner Einschätzung nach darauf hin, dass Zinserhöhungen in den USA wahrscheinlicher seien als in Europa. Steigende Zinsen drücken in der Regel die Kurse bestehender Anleihen – ein wesentlicher Grund, warum US-Staatsanleihen für den Fonds an Attraktivität verloren haben.
Europäische Anleihen und Schwellenländer als Alternative
Als Ersatz für die abgestoßenen US-Positionen erwarb Jupiter Asset Management europäische Staatspapiere. Gleichzeitig baute der Vermögensverwalter seine bereits umfangreiche Position in den Schwellenländern weiter aus. Beide Anlageklassen gelten im aktuellen Zinsumfeld offenbar als attraktiver bewertet als amerikanische Staatsanleihen.
Für deutsche und europäische Privatanleger ist diese Entwicklung besonders relevant. Sie zeigt, dass institutionelle Investoren zunehmend europäische Anleihen als attraktive Alternative zu US-Treasuries betrachten – ein Trend, der auch die Nachfrage und damit die Kurse europäischer Staatspapiere beeinflussen kann.
Hintergrund: US-Zinspolitik im Fokus
US-Staatsanleihen, auch bekannt als „Treasuries", gelten traditionell als sicherer Hafen im globalen Anlageuniversum. Ihre Attraktivität hängt jedoch stark vom Zinsniveau ab: Wenn die US-Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen erhöht, sinken die Kurse bereits umlaufender Anleihen, da neu emittierte Papiere höhere Renditen bieten. Signale einer wirtschaftlichen Überhitzung – also eines zu starken Wachstums mit Inflationsdruck – erhöhen die Wahrscheinlichkeit solcher Zinsschritte.
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Zur AktienanalyseJupiter Asset Management ist ein etablierter britischer Vermögensverwalter mit einem breiten Spektrum an Investmentfonds. Der Strategic Bond Fund zählt zu den bedeutenderen Rentenfonds des Hauses und verwaltet Vermögen im Milliarden-Pfund-Bereich. Die Entscheidung des Co-Managers Richards, US-Staatsanleihen vollständig aus dem Portfolio zu streichen, ist ein deutliches Signal für die aktuelle Positionierung des Hauses gegenüber dem amerikanischen Rentenmarkt.
Ob weitere große Vermögensverwalter diesem Schritt folgen werden, bleibt abzuwarten. Die Entwicklung bei Jupiter zeigt jedoch, dass die Debatte über die relative Attraktivität von US- gegenüber europäischen Staatsanleihen unter institutionellen Investoren an Fahrt gewinnt.


